Du musst dich einloggen oder registrieren um das gesamte Forum (11 weitere Unterforen) zu sehen. So verpasst du eine Menge anderer Themen. Viel Spaß, euer Fussballstammtisch-Team.

Flick's Buben und andere Auserwählte > Flick's Buben und andere Auserwählte

Gruppe B

<< < (10/15) > >>

Monika:

--- Zitat von: Exilwaldhöfer am 17. Juni 2010, 22:18:01 ---

PS: ich will mich direkt für den etwas ausschweifenden Beitrag entschuldigen, aber ich fühle mich die Tage einfach nur verarscht und gehänselt. Dafür könnt ihr wahrlich nichts.

--- Ende Zitat ---
hey, ihr habt gewonnen. Freu dich doch einfach 

AcPauer:

--- Zitat von: Exilwaldhöfer am 17. Juni 2010, 22:18:01 --- Der Ton macht die Musik und die Töne, die ich seit Tagen höre gefallen mir nicht immer.


--- Ende Zitat ---

Also ich gönne euch einen Erfolg gegen Argentinien von ganzem Herzen.  [nik]

rayoazul:

--- Zitat von: Exilwaldhöfer am 17. Juni 2010, 22:18:01 ---Schade, dass mal nicht erwähnt wird (außer von Matti) dass meine Griechen, natürlich auch aufgrund der Überzahl, für ihre Verhältnisse ein gutes Spiel in der 2.HZ gemacht haben, vor allem als Team; und auch vor dem Platzverweis haben sie im Vergleich zum ersten Match gut zusammengespielt. Vor allem: gerannt sind sie! Unglaublich!! Sturmtechnisch hat es da in HZ1 garnich gut funktioniert. Wobei, dass die Griechen das Stürmen nicht erfunden haben sollte mittlerweile bekannt sein. Trotzdem heißt es von manch einem ohne weiteren Kommentare "die Antifussballer haben 2:1 gewonnen". Wenn die Schweizer aber Beton anrühren und 1:0 gewinnen ist es eine "super Leistung" und Hitzfeld ist ein Gott. Manchmal wird halt mit zweierlei Maß gemessen.
Aber seis drum. Es verlangt keiner, dass jemand das griechische Spiel nicht kritisiert oder gar akzeptabel findet. Keineswegs! Traumfussball sieht wahrlich anders aus. Nur, diese kommentarlosen "Antifussballer gewinnen"- und "YES, Nigeria führt!"-Posts nerven. Schreibt doch etwas mehr dazu! Wobei nerven ist nicht der richtige Ausdruck. Es ist eine Mischung zwischen nerven und verletzen, vor allem, wenn man seit Tagen Pseudomitleid z.B. von Abteilungskollegen bekommt die mich morgens nicht mal grüßen und sonst kein Wort mit mir tauschen oder z.B. von Leuten die mit Fussball überhaupt nichts am Hut haben (und ich bin bestimmt keiner, der vor der WM große Töne über Griechenland gespuckt hat). Oft höre ich auch so Sachen wie "habt ihr gestern wieder gut gemacht" die mit einem breiten Grinsen im Gesicht untermalt werden. Der Ton macht die Musik und die Töne, die ich seit Tagen höre gefallen mir nicht immer.

Ja, es ist echt schlimm: es gab heute ein Team, dass schlechter war als die Antifussballer. Das Team, dass nur 0:1 gegen Argentinien verloren hat.


PS: ich will mich direkt für den etwas ausschweifenden Beitrag entschuldigen, aber ich fühle mich die Tage einfach nur verarscht und gehänselt. Dafür könnt ihr wahrlich nichts.

--- Ende Zitat ---

Ich finde du solltest nicht so undankbar sein.
Es koennte schlimmer sein.
Du koenntest Franzose sein. ;)

Imho:

--- Zitat von: Exilwaldhöfer am 17. Juni 2010, 22:18:01 ---Schade, dass mal nicht erwähnt wird (außer von Matti) dass meine Griechen, natürlich auch aufgrund der Überzahl, für ihre Verhältnisse ein gutes Spiel in der 2.HZ gemacht haben, vor allem als Team; und auch vor dem Platzverweis haben sie im Vergleich zum ersten Match gut zusammengespielt. Vor allem: gerannt sind sie! Unglaublich!! Sturmtechnisch hat es da in HZ1 garnich gut funktioniert. Wobei, dass die Griechen das Stürmen nicht erfunden haben sollte mittlerweile bekannt sein. Trotzdem heißt es von manch einem ohne weiteren Kommentare "die Antifussballer haben 2:1 gewonnen". Wenn die Schweizer aber Beton anrühren und 1:0 gewinnen ist es eine "super Leistung" und Hitzfeld ist ein Gott. Manchmal wird halt mit zweierlei Maß gemessen.
Aber seis drum. Es verlangt keiner, dass jemand das griechische Spiel nicht kritisiert oder gar akzeptabel findet. Keineswegs! Traumfussball sieht wahrlich anders aus. Nur, diese kommentarlosen "Antifussballer gewinnen"- und "YES, Nigeria führt!"-Posts nerven. Schreibt doch etwas mehr dazu! Wobei nerven ist nicht der richtige Ausdruck. Es ist eine Mischung zwischen nerven und verletzen, vor allem, wenn man seit Tagen Pseudomitleid z.B. von Abteilungskollegen bekommt die mich morgens nicht mal grüßen und sonst kein Wort mit mir tauschen oder z.B. von Leuten die mit Fussball überhaupt nichts am Hut haben (und ich bin bestimmt keiner, der vor der WM große Töne über Griechenland gespuckt hat). Oft höre ich auch so Sachen wie "habt ihr gestern wieder gut gemacht" die mit einem breiten Grinsen im Gesicht untermalt werden. Der Ton macht die Musik und die Töne, die ich seit Tagen höre gefallen mir nicht immer.

Ja, es ist echt schlimm: es gab heute ein Team, dass schlechter war als die Antifussballer. Das Team, dass nur 0:1 gegen Argentinien verloren hat.


PS: ich will mich direkt für den etwas ausschweifenden Beitrag entschuldigen, aber ich fühle mich die Tage einfach nur verarscht und gehänselt. Dafür könnt ihr wahrlich nichts.
--- Ende Zitat ---

Ich stimme Dir völlig zu, dass hier - gerade im Vergleich zu dem Spiel der Schweitzer - manchmal mit zweierlei Maß gemessen wird. Ebenso, dass hier größtenteils untergegngen ist, dass Griechenland das Spiel gegen Nigeria 100% verdient gewonnen hat. Dabei spielt es auch keine Rolle, ob das durch die rote Karte der Nigerianer ausgelöst wurde- dieser Platzverweis war immerhin strunzendumm und total berechtigt. Griechenland hat hochverdient gewonnen und fertig.

Trotzdem wirst Du es mir vielleicht nachsehen, dass ich Griechenland von allen Gruppe B Teams am wenigsten den Einzug in die KO-Runde gönne. Argentinien mochte ich schon immer, Südkorea und Nigeria sind mir ebenso sympathisch wie Griechenland, spielen aber schöner (mindestens Südkorea) und besser als die Griechen. Nur mal als Indiz dafür eure Tore von gestern. Ein abgefälschter Schuss aus der zweiten Reihe und ein Abstauber-Tor nach Torwart-Patzer.  Ihr habt euch in der Schlußphase gegen Südkorea und gestern nach dem 0:1 einige gute Chancen erarbeitet, das ist richtig. Aber unterm Strich fand ich beide Spiele nicht wirklich überzeugend. Deshlb gönne ich eher den Teams das Weiterkommen, die mir mindestens ebenso sympathisch sind und besseren Fußball spielen.

Über die Art und Weise, wie Du in Deinem persönlichen Umfeld mit Reaktionen über die Griechenland-Spiele zu kämpfen hast, kann ich nichts sagen. Auch ich habe mich mit meinem Griechen, bei dem ich in den letzten Tagen einige WM-Nachmittagsspiele verfolgt habe, mehrfach über die Auftritte Griechenlands unterhalten. Wir waren aber zumeist einer Meinung. Mitleid bekam er von mir keines (warum auch?), aber über Aussagen, dass Griechenland nicht weiterkommt oder nicht gut gespielt hat, war er mir nicht wirklich böse (Rehhagel hält er übrigens für einen Glücksfall für die griechische Nationalelf). Immerhin ist Griechenland erst zum zweiten Mal überhaupt bei der WM dabei und hat gestern im fünften Spiel die ersten Punkte und Tore geholt. Diese Qualifikation für die WM (immerhin gegen den EM-Dritten Türkei und die Ukraine) war für mich bereits ein großer Erfolg, an den man sich vielleicht erinnern sollte, wenn man die Leistung der Mannschaft bei dieser Endrunde bewertet.

Was aber nicht heißt, dass man jetzt die spieleris che Defizite nicht kritisieren darf, bzw. froh sein darf, sollte Griechenland erwartungsgemäß in der Vorrunde rausfliegen. Woran ich fest glaube. Denn mit jeder Niederlage ist Griechenland rechnerisch raus, egal wie Südkorea und Nigeria spielen. Und da bin ich mir ziemlich sicher, dass Argentinien das packt.

Beorn:
Am Mittwoch war bei uns im Unibistro lauter Jubel, als der Führungstreffer der Schweizer fiel. Ausser mir habe ich einen Studenten wahrgenommen, ob Spanier oder nicht, kann ich nicht sagen, der sich über den Treffer ärgerte und laut rief "Das ist so ungerecht!"

Leider habe ich das Spiel Griechenland - Nigeria arbeitsbedingt verpasst, aber ich kann es mir nicht so recht vorstellen, dass die Tore Griechenlands ähnlich bejubelt wurden. Na gut, es eine Spekulation.

Im Fußball haben wir alle unsere persönlichen "Landkarten" mit Städten und deren Vereinen im Kopf. München ist schlecht, Nürnberg ist gut, Hannover ist schlecht, Braunschweig ist gut, Hamburg ist braun-weiss, die Rostocker sind es nicht, also eher schlecht, Siegen ist für mich sowieso gut, weil Heimatstadt, Trier ist ganz schlecht, Dortmund sowieso, und so weiter...

Diese "Landkarte" ist völlig irrational. Das weiss ich selbst, und versuche wenigstens mich beim Besuch der Städte, wenn es nicht um Fußball geht, davon loszumachen, so gut es eben geht. Wenn es um Fußball geht sind meine Sympathien und Abneigungen aber dafür recht fest.

Ich denke, so geht es auch bei Turnieren der Nationalmannschaften. Aussenseiter sind knuffelig, klein und lieb, Favoriten sind groß und böse. Wie sonst waren etwa die vielen Sympathisanten für Trinidad und Tobago oder Jamaica zu erklären, die bei früheren Weltmeisterschaften zu hauf rumliefen?

Afrikanische Mannschaften haben fast immer eine Art Bonus. Das war etwa bei der WM 1990 in Italien ganz deutlich spürbar, als Kamerun riesige Sympathie entgegengebracht wurde. Ähnlich war es 2002 bei der WM in Japan und Südkorea, wo der Senegal eine Art Herzensteam war. Dagegen gilt etwa eine Mannschaft wie Uruguay als "Kloppertruppe", auch mit dem Land kann man nicht viel verbinden. Wenn diese also gegen ein Sympathieteam gewinnt, werden sie umgekehrt eher unsympathisch wahrgenommen. Das gilt übrigens fast nur für Mannschaften aus Schwarzafrika, die Nordafrikaner haben diesen Sympathiebonus eher nicht.

Hat eine Mannschaft einmal ein Image weg, dann bleibt es fest in den Köpfen. So geht es etwa Griechenland. Vor sechs Jahren waren sie für viele von uns die "Spaßbremsen", welche den als spielerischer und sympathischer wahrgenommenen Portugiesen und Tschechen den Titel wegnahmen. Damals war gerade Tschechien nach seinem großartigen Spiel gegen die Niederlande (3:2 nach 0:2-Rückstand) großer Sypathieträger in Deutschland. Griechenland war damals das "Antiteam", "mauerte" sich ins Finale und wurde bestenfalls beim Viertelfinalsieg gegen Frankreich positiv wahrgenommen.

Seit diesem Turnier ist es in Deutschland einfach üblich, Griechenland mit den damals vergebenen Attributen zu belegen. Wie Griechenland auch anschliessend spielte, sie hatten ihr einmal vergebenes Image weg. Das Vorrundenaus bei der Euro 2008 wurde mit entsprechender Häme aufgenommen, wie schon vorher die gescheiterte Qualifikation für die WM in Deutschland.

Interessanterweise hat die Schweiz dagegen eine recht gute Wahrnehmung. Zwar spielte die Schweiz vor vier Jahren einen, meiner persönlichen Meinung nach, noch schlimmeren Defensivfußball als Griechenland 2006. Aber das hat nicht so nachhaltige Erinnerungen hinterlassen. Die Spiele gegen Frankreich, Togo und Südkorea haben nicht wirklich große Aufmerksamkeit erfahren, das Achtelfinalspiel gegen die Ukraine (ein furchtbares Spiel!) fand im direkten Anschluß an den deutschen Sieg gegen Schweden statt, da war man eher im Autokorso als vor dem Fernseher oder Beamer.

Italiens Fußball hatte schon vor dem Sieg bei der WM 2006 bei der Mehrzahl der deutschen Fans (der Deutschen?) keinen guten Ruf, seit dem Achtelfinalspiel gegen Australien, dem verdienten Sieg gegen Deutschland und dem Finalsieg im Elfmeterschiessen sind sie fast vollständig auf "bad guy" gebucht.

Ganz aus der Reihe sehe ich Spiele zwischen Deutschland und der Türkei, denn da spielen sportliche Gedanken und Gefühle auf beiden Seiten wohl eine eher geringe Rolle. Immerhin wird es allgemein wahrgenommen und thematisiert, dass sich viele unserer türkischen Kollegen und Nachbarn mit Deutschlandfahnen eingedeckt haben und diese offen präsentieren.

Als Grieche gilt man bei einigen Deutschen, ganz unabhängig vom Fußball, dank diverser Hetzkampagnen gegen das Land, ohnehin als eine Art europäischer Paria. Wenn eine Nation systemathisch als Heimat schnorrender, arbeitsscheuer und korrupter Tagediebe dargestellt wird, bleibt davon einiges hängen. Beim Fußball wird es dann artikuliert und thematisiert.

Übrigens habe ich den Eindruck, dass viele Deutschen oft ein Problem mit der Eigen- und Fremdwahrnehmung haben. Man möchte scheinbar unbedingt immer und von allen geliebt werden. Erst dann, wenn von aussen eine positive Wahrnehmung artikuliert wird, kann man sich selbst akzeptieren. Und ich kann mir vorstellen, dass viele eigene Komplexe auch gern auf andere geschoben werden, denen man es, wenn die Zeit gekommen ist, gern vorhält. Und was ist eine bessere Zeit als das Weltereignis Nummer Eins, die Fußball-WM?

Navigation

[0] Themen-Index

[#] Nächste Seite

[*] Vorherige Sete

Zur normalen Ansicht wechseln