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Tour de France 2011
jediefe:
… startet ins Jahr mit dieser Meldung aus dem öffentlich-rechtlichen Sektor: http://www.tagesschau.de/sport/tour126.html
--- Zitat ---ARD und ZDF wollen die Tour de France in diesem Jahr zum letzten Mal live übertragen. Ab 2012 solle dann nur noch in kurzen Beträgen über das wichtigste Radrennen der Welt berichtet werden, teilten die Sender mit.
Der Wettkampf "findet bei den deutschen Fernsehzuschauern nur noch eine geringe Akzeptanz, die lange Live-Sendestrecken nicht mehr rechtfertigt", heißt es in der Begründung.
--- Ende Zitat ---
Kaleun:
Die meissten hier sind ja eh Verfechter der Eurosport-Übertragungen aber mich schmerzt es schon. [darunter]
Joe Hill:
Ich fand die ARD/ZDF Übertragungen auch immer sehr gut! Schade!
Imho:
Da nun in dieser Woche die Entscheidung über eine Sperre von Alberto Contador vertagt wurde - der Titelverteidiger somit bei der Tour startberechtigt ist - wird es langsam mal Zeit sich auf die Tour einzustimmen. Zumindest bei mir steigt die Vorfreude, deshalb würde ich mich wie im Vorjahr mal wieder an nem Vorbericht versuchen:
Die Strecke
Da ein bestimmter Herr aus Mainz letztes Jahr sehr großen Wert darauf legte: Sowohl Bretagne als auch Normandie stehen auf dem Plan. nachdem man sich letztes Jahr zum 100sten Jubiläum der Pyrenäen auf diese konzentrierte, wird dieses jahr das Hauptaugenmerk auf den Alpen liegen, die jetzt ebenfalls den 100sten feiern. Es gibt wieder ein Mannschaftszeitfahren (TTT), keinen Prolog und so wenig Zeitfahrkilometer wie lange nicht.
Aber von vorn: Gestartet wird mit einer stinknormalen Etappe in der Vendée auf der Ile de Noirmoutier. Die Fahrt über eine Wattstraße (Passage du Gois) aufs Festland erfolgt jedoch neutralisiert, danach geht's los. Gleich am nächsten Tag folgt das TTT über eine Minidistanz von 23 km. Durch die Bretagne (u.a. mit Hügelankunft auf der Kuppe der Mur-de-Bretagne) geht es in die Normandie. Danach geht's schnurstracks Richtung Süden, zwei mittelschweren Etappen im Massif Central folgen drei Bergetappen, davon zwei Bergankünfte, in den Pyrenäen. Zum 150 jährigen Geburtstag der Republik Italien beehrt die Tour Pinerolo und bildet damit den Auftakt für die Alppenetappen. Der Galibier wird - wie der Tourmalet in 2010 - zweimal überfahren, einmal als Bergankunft. Auch Alpe d'Huez ist nach dreijähriger Pause wieder Zielort. Es folgt noch in Alpennähe das einzige Zeitfahren der Tour auf einem sehr bergigen Kurs um Grenoble, bevor es nach langem Transfer mit dem TGV auf die Tour d'Honneur auf den Champs Elysees geht.
Die Organisatoren haben dabei einige Besonderheiten für eine spannende Tour eingebaut:
[*] Etappe 1: Die Etappe endet nach einem 2,2 km langen Anstieg auf dem Mont des Alouttes - gleichzeitig die erste Bergwertung der Etappe. Sprich: Der Sieger wird wahrscheinlich nach der Etappe sowohl das Gelbe als auch das Bergtrikot tragen - und mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit auch das Grüne Trikot. [vogeel]
[*] Etappe 2: Es gibt wieder ein Teamzeitfahren. Dieses TTT wird mit einer Minidistanz von 23 km kaum große Zeitabstände verursachen, trotzdem hat man sich dafür entschieden, die Gesamtwertung damit zu würzen.
[*] Etappe 4: Nach einer klassischen Sprinterankunft gibt es schon wieder einen giftigen Anstieg zum Schluss: 2 km mit durchschnittlich 6,9% auf den Mur-de-Bretagne
[*] Etappe 7: Ins Zentralmassiv geht es bei dieser Etappe über 7 Bergwertungen (3x 2.Kategorie, 3x Kat3, 1xKat4) - der Kampf ums Bergtrikot geht richtig los
[*] Etappe 12:Erste Bergankunft dieser Tour: Nach dem ersten HC-Berg, dem Tourmalet, geht es gleich weiter zur Bergankunft nach Luz-Ardiden. einen tag später wird auf dem Weg in den Pilgerort Lourdes noch der Aubisque überfahren.
[*] Etappe 14: Bergankunft auf dem Plateau de Beille. Jeder Fahrer der hier gewann, stand in Paris auch im gelben Trikot auf dem Podest.
[*] Etappe 18:Bergankunft auf dem Galibier. Vorher geht's über den Col D'Agnel und den Col D'Iozard. Alles Berge der HC-Kategorie. Die Königsetappe der Tour.
[*] Etappe 19: "Nur" 109 km lang - aber nach dem Col du Telegraphe, erneut dem Galibier und anschließender Bergankunft in Alpe d'Huez einfach heftig. Vor allem für Sprinter, die aufgrund der kurzen Strecke evtl. Probleme mit der Karenzzeit bekommen könnten.
[x] Etappe 20: Nach dem einzigen Zeitfahren der Tour steht vor der Tour d'Honneur nach Paris der Sieger fest.
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Favoriten
Der Titelverteidiger gilt dieses mal nicht als Topfavorit. Aufgrund der Dopinganschuldigungen gegen Alberto Contador stand es bis diese Woche noch garnicht fest, ob der Spanier starten darf. Deshalb lag sein Focus in diesem Jahr auf dem Giro d'Italia. Niemand weiß, ob es Contador schafft, diese Form bis zur Tour zu halten. Sollte das gelingen und A.C. auch bei der diesjährigen Tour gewinnen, wäre er der erste Fahrer seit Marco Pantani 1998, der in einem Jahr das Double Tour+Giro schafft.
Das wird Andy Schleck verhindern wollen. Die Strecke ist mit wenigen Zeitfahrkilometern auf ihn zugeschnitten, er hat in sein neues luxemburgisches Team viele alte Teamkameraden mitgenommen, u.a. Cancellara, Jens Voigt, Fabian Wegmann und natürlich Frank Schleck. Eine Combo, die vor allem beim TTT sehr stark sein wird. Dass mit Frank Schleck ein weiterer Sieganwärter im Team steht, bietet dem Leopard-Trek-Team zusätzliche taktische Möglichkeiten.
Nachdem das Team des letztjährigen Dritten Denis Menchov nicht berücksichtigt wurde, rückt der Vierte Samuel Sanchez natürlich in den Blickpunkt. Ebenso Cadel Evans, der mit seinem 2.Platz bei der Dauphine Libere gute Form gezeigt hat. Ivan Basso hat in diesem Jahr den Giro ausgelassen um sich auf die Tour zu konzentrieren, bei der Dauphine sah er aber nicht so gut aus. Ganz anders Robert Gesink: Der Holländer fuhr eine gute Dauphine, ebenso wie Schleck werden ihm die wenigen Zeitfahrkilometer zu Gute kommen. Das ist bei Bradley Wiggins anders, dem Sieger des diesjährigen Dauphine liegt das Zeitfahren. Auch Jurgen van den Broek, Damimano Cunego (der gerade bei der Tour de Suisse führt) und Joachim Rodriguez scheinen gut drauf zu sein, werden aber eher auf Etappensiege gehen. Ebenfalls interessant wird es sein, ob das Team der Altstars - Radio Shack - einen Fahrer in die Top 5 bringen kann. Kandidaten wären wie immer Levi Leipheimer, Janey Brajkovic - aber auch Andreas Klöden. Der bewies im Frühjahr eine super Form, siegte bei der Baskenland-Rundfahrt, belegte Rang 2 bei Paris-Nizza und gewann das Zeitfahren beim Criterium International. Auch Tony Martin scheint in dieser Saison gut drauf, er gewann Paris-Nizza und fuhr eine starke Dauphine. Aber man soll die Trauben nicht so hoch hängen: Ein Platz unter den Top10 wär saustark, die Top5 sensationell.
Grünes Trikot
Der Kampf ums Grüne wird in diesem Jahr spannender. Es gibt weniger klassische Sprintankünfte und nur noch einen Zwischensprint pro Etappe. Bei diesem gibt es aber eine gravierende Änderung: es gibt 20 Punkte für den Sieger, insgesamt bekommen 15 Fahrer Punkte. Im letzten Jahr gab es bei solchen Zwischensprints für die erste drei 6, 4 und 2 Punkte. Das bedeutet, dass die Anwärter für das Trikot des Punktbesten auch da mitsprinten müssen. Wenn zudem ein Fahrer wie Hushovd bei mittelschweren oder schweren Etappen bis zum Zwischensprint kommt, kann er richtig kräftig punkten. Die Anwärter auf Grün sind wieder die gleichen wie im Vorjahr: Mark Cavendish, Alessandro Petachi, Thor Hushovd, evtl. Andre Greipel... Alle anderen Sprinter wird der Etappensieg wichtiger sein, als das grüne...
Bergtrikot
eine Prognose über den Gewinner des schönsten der vier Sondertrikots ist wie eine Lotterie. In den letzten Jahren gewannen immer irgendwelche Ausreißer, die gut über die Berge kommen aber im Gesamtklassement ungefährlich waren. Das könnte sich aber dieses Jahr ändern. Die Toruleitung hat die Punkteregelung geeändert. Es bekommen weniger Fahrer Punkte bei den Bergwertungen (bei denen der HC Kategorie nur sechs, bei den kleinen Wertungen der 4.Kategorie nur noch der Sieger). Dafür werden bei den Bergankünften der HC Kategorie die Punkte verdoppelt. Da dort im Allgemeinen die Spitzenfahrer vor sind, könnte neben dem Kampf ums Gesamtklassement auch ein kleiner Kampf ums gepunktete Trikot entstehen.
Noch 16 Tage...
Kaleun:
[bete]
Sehr schöner Vorbericht.
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