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Rassismusskandal im internationalem Fußball
Letterman:
Viertligist sorgt erneut für Eklat
Der italienische Viertligist Pro Patria, der wegen des rassistischen Verhaltens seiner Fans bei einem Freundschaftsspiel gegen den AC Mailand Anfang Januar Negativschlagzeilen geschrieben hatte, hat wieder für einen Eklat gesorgt. Beim Spiel der Jugendmannschaft gegen den Viertligisten Casale am Samstag beschimpfte ein Pro-Patria-Spieler mit rassistischen Beleidigungen den brasilianischen Gegner Fabiano Ribeiro.
Dieser ging auf den Rivalen los und wurde vom Schiedsrichter vom Platz gestellt. Dem Pro-Patria-Akteur wurde lediglich die Gelbe Karte gezeigt. Daraufhin beschlossen der Trainer von Casale und die Mannschaft das Spiel abzubrechen. "Dieser Unterschied bei der Behandlung der beiden Spieler ist unannehmbar. Wir konnten das Spiel nicht mehr weiterführen. Wir wollten ein Signal setzen", sagte der Trainer des Casale-Jugendteams, Francesco Latartara.
Boateng hatte Anfang Januar nach rassistischen Vorfällen einen Abbruch des Freundschaftsspiels von Milan gegen Pro Patria erwirkt. Fans des Viertligisten hatten den früheren Bundesliga-Profi und weitere dunkelhäutige Milan-Spieler mit Affen-Lauten beleidigt. Daraufhin unterbrach Boateng in der 26. Minute das Spiel, schoss den Ball in Richtung der Zuschauer und verließ den Platz. Seine Teamkollegen folgten Boateng, das Spiel wurde abgebrochen.
sport 1
Letterman:
Rassismus: Constant verlässt Feld
Ein neuer Rassismus-Vorfall bewegt den italienischen Fußball.
Während eines Testspiels des Topklubs AC Mailand gegen den Serie-A-Aufsteiger US Sassuolo in Reggio Emilia ertönten am Dienstagabend rassistische Sprechchöre gegen den dunkelhäutigen Franzosen Kevin Constant.
Der 26-Jährige mit Wurzeln in Guinea warf aus Protest den Ball in Richtung Tribüne und verließ nach einer kurzen Absprache mit dem Schiedsrichter das Spielfeld. Das Spiel sei danach fortgesetzt worden, berichteten italienische Medien.
Constants Verhaltenan den Rassismus-Vorfall mit Mailands Deutsch-Ghanaer Kevin-Prince Boateng im Januar. Damals verhöhnten Fans des italienischen Viertligisten Pro Patria den 26-Jährigen mit rassistischen Sprechchören.
Boateng verließ den Platz, die Mitspieler schlossen sich an, die Partie wurde abgebrochen. Sechs Pro-Patria-Fans wurden zu Gefängnisstrafen von 40 Tagen bis zu zwei Monaten verurteilt. Ein Gericht belegte die Männer zudem mit einer Geldstrafe von insgesamt 10.000 Euro.
sport 1
Letterman:
Rassismus-Skandal um Constant
Kevin Constant (M.) wird mit einer Banane beworfen
(Copyright: getty)
Ein Bananenwurf hat am Sonntag im italienischen Fußball erneut das vorhandene Rassismus-Problematik aufgezeigt. Kevin Constant vom Spitzenklub AC Mailand war beim Auswärtsspiel bei Atalanta Bergamo (2:1) von Zuschauern mit einer Banane beworfen worden.
Der 27 Jahre alte Nationalspieler Guineas hob die Banane auf, beschwerte sich beim Schiedsrichter und fragte: "Was soll ich damit tun, soll ich sie essen?
Constants ebenfalls dunkelhäutiger niederländischer Teamkollege Nigel de Jong sammelte zudem eine weitere Banane auf und warf sie vom Spielfeld. Milans niederländischer Trainer Clarence Seedorf, gleichfalls dunkelhäutig, lobte das Verhalten Constants.
"Jetzt hoffen wir, dass man den Verantwortlichen dieser hässlichen Geste bald erwischen und Sanktionen ergriffen werden", sagte der ehemalige Oranje-Nationalspieler.
Vor zwei Wochen hatte in der spanischen Primera Division der Brasilianer Dani Alves vom FC Barcelona für Aufsehen gesorgt. Der 30-Jährige war mit einer Banane beworfen worden und hatte die Frucht aufgehoben, geschält und gegessen. Für seine Reaktion hatte Alves weltweit Lob geerntet.
sport 1
Letterman:
Rassismus: FIFA will Ermittlungen
Carlo Tavecchio ist seit 1999 Präsident der Amateur-Liga
(Copyright: getty)
Die FIFA hat den italienischen Verband FIGC nach dem Rassismus-Skandal um Amateur-Chef Carlo Tavecchio zu Ermittlungen aufgefordert.
In einem Brief habe der Weltverband die FIGC daran erinnert, dass der Kampf gegen den Rassismus eine der "Top-Prioritäten" sei, teilte die FIFA mit. Funktionäre hätten dabei eine Vorbildfunktion.
Tavecchio, der FIGC-Präsident werden will, hatte sich auf einer Tagung der Amateurklubs in der Debatte über Konsequenzen aus Italiens WM-Vorrundenaus für eine stärkere Regulierung des Zustroms ausländischer Spieler ausgesprochen.
"In England schaut man sich Spieler, wenn sie kommen, genau an. Sie müssen Lebenslauf und Stammbaum vorzeigen. Wenn sie Profis sind, dürfen sie auch spielen. Bei uns bekommen wir einen Opti Poba, der vorher Bananen gegessen hat und dann plötzlich in der ersten Mannschaft von Lazio spielt", sagte der 71-Jährige.
Die Reaktionen waren heftig. Die Regierungspartei PD (Partito Democratico) von Ministerpäsident Matteo Renzi forderte Tavecchios Rücktritt. Präsident Damiano Tommasi von der Profi-Gewerkschaft AIC äußerte Empörung.
Durch Tavecchios Fauxpas sind die Chancen des früheren FIGC-Vizepräsidenten Demetrio Albertini für die Präsidenten-Wahl am 11. August sprunghaft gestiegen.
Der bisherige FIGC-Chef Giancarlo Abete war nach Italiens WM-Pleite in Brasilien zurückgetreten.
sport 1
Schwabenpfeil:
Mal sehen, wann Fredi Bobic bei Lazio anfragt, ob er Opti Poba verpflichten kann. [kicher]
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