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VfB Stuttgart

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Beorn:
Wenn es aber gestern einen Sieg gab, den man schon mehr oder weniger vorhersagen konnte, dann jenen des FC beim VfB. So wie in der letzten Woche mehr oder weniger klar war, dass der VfB nicht im Borussiapark verlieren würde. So wie der VfB für die Borussia ein absoluter Angstgegner ist, gewinnen die Kölner auswärts in Cannstadt. Dafür werden sie wahrscheinlich das Heimspiel gegen den VfB nicht gewinnen.

Eine solche Niederlage würde ich übrigens nicht an einem einzigen Spieler festmachen. Der VfB ist für mich ebenso wie der HSV ein Verein, bei dem Anspruch und Wirklichkeit sehr weit auseinanderklaffen. Das ist nicht innerhalb weniger Wochen zu korrigieren, es ist ein langfristiger Prozess.

Orientieren kann man sich dabei meines Erachtens genau an jenem 1. FC Köln, der gestern seinen ersten Sieg nach dem Wiederaufstieg geholt hat. Da ist die maßlose Selbstüberschätzung etwa der Overath-Zeit einem gesunden Realismus gewichen. Vielleicht muss ja auch der VfB Stuttgart sich einfach erst einmal mit der Tatsache abfinden, dass man eben nicht mehr der Champions League-Kandidat der Vergangenheit ist. In Bremen, um ein anderes Beispiel zu nennen, haben sie diese Erkenntnis meines Erachtens inzwischen längst begriffen. Und in Mönchengladbach wurde aus der Fahrstuhlmannschaft vergangener Jahre wieder ein Europapokalteilnehmer geformt. Auch dort musste man sich erst einmal mit der Wirklichkeit jener Zeit auseinandersetzen, um eine echte Vorwärtsentwicklung beginnen zu können.

Tara:

--- Zitat von: Schwabenpfeil am 31. August 2014, 12:50:16 ---Ich weiß nicht, ob es bei Veh wirklich nur die vermeintlich bessere Perspektive war. Seit er nun wieder hier bei uns ist, vermittelt er so glaubhaft, dass der VfB auch eine Herzensangelegenheit für ihn ist, dass ich ihm das wirklich auch abnehme.

--- Ende Zitat ---

Bei Sky hatte ich vorm Spiel irgendwie das Gefühl das er die Geschichte irgendwie zu locker nimmt. Er scheint seit er beim VFB ist keinerlei Anspannung zu haben, immer mega locker. So lachte er gestern vor dem Spiel putzmunter mit den Sky-Leuten. Weiß nicht.

Schwabenpfeil:

--- Zitat von: Beorn am 31. August 2014, 12:57:35 ---Eine solche Niederlage würde ich übrigens nicht an einem einzigen Spieler festmachen.
--- Ende Zitat ---
Macht doch niemand. Wenn man nicht mehr kritisieren darf, kommt selbstgefälliges Interview raus wie gestern Abend.
"Ich habe meine Zweikämpfe gewonnen und gute Pässe gespielt, aber leider bleibt diese eine Aktion hängen."  [vogeel]
Ob das Ausrüster Puma so passt, wenn Rüdiger wie von Nike gesponsort rumläuft, steht auf einem anderen Blatt.


--- Zitat von: Beorn am 31. August 2014, 12:57:35 --- Vielleicht muss ja auch der VfB Stuttgart sich einfach erst einmal mit der Tatsache abfinden, dass man eben nicht mehr der Champions League-Kandidat der Vergangenheit ist. In Bremen, um ein anderes Beispiel zu nennen, haben sie diese Erkenntnis meines Erachtens inzwischen längst begriffen. Und in Mönchengladbach wurde aus der Fahrstuhlmannschaft vergangener Jahre wieder ein Europapokalteilnehmer geformt. Auch dort musste man sich erst einmal mit der Wirklichkeit jener Zeit auseinandersetzen, um eine echte Vorwärtsentwicklung beginnen zu können.

--- Ende Zitat ---

Ist sicher richtig, aber eben auch nur die eine Seite der Medaille, nämlich die im Vergleich zu Bremen.
Bzgl. Köln und Gladbach muss man aber feststellen, dass beide seit den 70er Jahren nicht mehr Meister waren und noch nie CL gespielt haben. Und von einer Fahrstuhlmannschaft sind wir auch (noch?) weit entfernt.
Daher kann man sich bei uns durchaus fragen, was seit der Meisterschaft 2007, seit Platz 3 2009 und den anschließenden CL-Teilnahmen passiert ist. Wo sind die Millionen für Gomez, wo die für Khedira?
Wir kommen nicht aus der 2. Liga, mussten uns als Fahrstuhlmannschaft erst wieder Reputation verschaffen. Nein, bei uns ist es eine rapide Abwärtsentwicklung in den vergangenen Jahren. Wir sind nicht da, wo der 1.FC Köln heute ist, sondern da, wo der 1.FC Köln Anfang/Mitte der 90er von einem Spitzenclub zu einem Absteiger wurde. Und um eine ähnliche Entwicklung zu verhindern, müssen wir uns hinterfragen.
Man muss sich fragen, warum der VfB scheinbar schon jetzt (d.h. ohne Abstieg) nicht mehr in der Lage ist, mit Vereinen wie Gladbach oder Hannover mitzuhalten. Das war früher - trotz mehrfacher Nicht-Teilnahme an internationalen Wettbewerben - anders.
Und da genügt es mir einfach nicht, mich (so wie Du es formuliert hast) "mit der Tatsache abzufinden".

Tara:
Ob die Bescheidenheit in Köln angekommen ist sollte man auch abwartend betrachten.

Beorn:

--- Zitat von: Schwabenpfeil am 01. September 2014, 08:32:46 --- Das war früher - trotz mehrfacher Nicht-Teilnahme an internationalen Wettbewerben - anders.
Und da genügt es mir einfach nicht, mich (so wie Du es formuliert hast) "mit der Tatsache abzufinden".
--- Ende Zitat ---
Hallo Du, der Einspruch ist berechtigt, ich habe mich zu einseitig ausgedrückt.

Mein Ansatz ist, dass ich den Eindruck habe, in vielen Vereinen und deren Umfeld lebt man teilweise mehr in der Vergangenheit als der Gegenwart. Um eine Negativentwicklung zu stoppen und vielleicht umzukehren ist es aber meines Erachtens erforderlich, zunächst einmal eine gegebene Situation weder zu verklären (ist nicht so schlimm, wir sind doch ein Traditionsverein) noch zu dramatisieren (in  ... gehen die Lichter aus).

Die Situationen in Bremen, Mönchengladbach, Köln und Stuttgart sind sicherlich nicht ohne weiteres aufeinander übertragbar. Doch sehe ich derzeit den VfB Stuttgart und den HSV als Vereine, die weit hinter ihren Möglichkeiten zurückbleiben. Und dies nicht unbedingt, weil kein Geld vorhanden ist, trotz des Schuldenbergs beim HSV, um den es aber hier nicht geht.

Borussia Mönchengladbach habe ich als positives Beispiel für einen Verein gewählt, der sich schrittweise aus den sportlichen und finanziellen Miseren vergangener Jahre befreit hat. Der auch in einem Jahr ohne Europapokalteilnahme seine Saison finanziell positiv abgeschlossen hat. Bitte nicht falsch verstehen, ich kenne zwar etliche Gladbachfans, bin aber ganz sicher selbst keiner. Trotzdem kann man auch bei Vereinen, die einem eher wenig sagen oder die man nicht mag, anerkennen, wenn diese gute Arbeit machen.

Dies kann man nicht einfach kopieren, jedes Team muss seinen eigenen Weg finden. Beim VfB habe ich den Eindruck, dass eine der positivsten Leistungen, die über lange Zeit vorbildliche Jugend- und Nachwuchsarbeit, zu wenig im eigenen Verein angekommen ist. In Stuttgart ausgebildete Talente verstärken günstig die Kader der Konkurrenz, dafür werden relativ teure Transfers mit teils sehr geringem Ertrag getätigt. Das geht besser, da bin ich mir sicher.

Fast schon bedenklich finde ich es, dass die Zweitvertretung des VfB, die ich ja selbst in gemeinsamen Ligajahren als eine der besten und sportlich stabilsten im höherklassigen Amateurfußball erlebt habe, zunehmend in den Abwärtstrend hineingezogen wurde. Das mag all jene freuen, die Zweitvertretungen bzw. U-Mannschaften nur als festes Feindbild kennen. Wenn man sie aber auch als "Talentschmieden" betrachtet, dann stimmt ein solcher Abwärtstrend schon nachdenklich.

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