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Die Aufsteiger in die Oberligen

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Imho:

--- Zitat von: Beorn am 08. Juni 2014, 18:18:06 ---
Mit dem Sieg der Aplerbecker war es klar, dass der 1. FC Kaan-Marienborn auch weiterhin in der Verbandsliga bleibt. Doch selbst bei einer Niederlage wäre der ASC aufgestiegen, denn die Käner kamen in Holzwickede nicht über ein 0:0 heraus. Mögen sie diese Liga bestenfalls nach unten wieder verlassen!  [darunter]

--- Ende Zitat ---

Da ich mich in diesem Ligen-Regionen in NRW nicht auskenne... Was ist an dem Verein auszusetzen? Noch so ein Mäzenenclub ?

Beorn:
Es ist ein Verein aus einem Siegener Vorort und das Spielzeug eines hiesigen Industriellen. In unserer Zweitligasaison war dieser auch in unserem Verein aktiv, angeblich ging die sinnlose Entlassung unseres damals beliebten Trainers Jan Kocian auf seine Kappe. Jedenfalls wurde er zum SFS-Hasser und steckte relativ hohe Summen in einen damaligen Bezirksligisten.

Von da an hatten zumindest bei uns aussortierte Spieler eine feste Anlaufstelle, wer bei SFS nichts wurde, kam in Kaan-Marienborn unter. Dort wurde auch mal zu Landesligazeiten ein Oberligatrainer verpflichtet, der zuvor bei KFC Uerdingen unter Vertrag stand.

Der ganz große Auftritt des dann aus dem Gesamverein ausgegliederten 1. FC Kaan-Marienborn war dann der 22. Oktober 2009: An diesem Abend besiegten die Käner uns im Kreispokal durch Elfmeterschießen. Thoma, der Mäzen, war ungefähr drei Meter groß und eine halbe Tonne schwer, so sehr hatte er sich durch diesen Sieg aufgebläht.

Positiver Langzeiteffekt jenes unseligen Abends, der für mich zum bittersten gehört, was ich in über einem Vierteljahrhundert sls SFS-Fan miterlebt habe: Unser damaliges Führungsgespann aus sportlichem Leiter, "Medienbeauftragtem" und Cheftrainer war nur ein Spiel nach dieser Niederlage endlich Geschichte! Keiner von denen hatte es begriffen, was es für unseren Vereinspräsidenten bedeutet hatte, von einem Intimfeind öffentlich gedemütigt worden zu sein. Jene furchtbare Saison sollte uns fast bis in die Verbandsliga führen, doch konnten wir ohne die dafür Verantwortlichen später doch jenen Wiederaufbau beginnen, der uns zurück in die Regionalliga brachte.

Der 1. FC Kaan-Marienborn ist einfach eine One-Man-Show. Wenn Thoma sich da irgendwann zurückziehen sollte, dann verschwinden die wieder im Niemandsland. Bis heute haben die keine Fanbasis aufbauen können, bei den Heimspielen stehen da oft keine hundertfünfig Zuschauer. Dafür haben sie den Großteil der Anhängerschaft des Stammvereins verprellt, die nichts von der Ausgliederung hielten.

Der ASC war auch schon als Gegner unserer zweiten Mannschaft hier bei uns zu Gast, da brachten die einen ganzen vollen Fanbus mit. Die hatten mehr Fans bei unserem Kunstrasen in einem Verbandsligaspiel als ich jemals von den Sportfreunden Lotte hier bei uns gesehen habe!

Wenn ich also die Wahl habe zwischen einem fest in seinem Stadtteil verwurzelten Großverein mit über zweitausend Mitgliedern; und einer ausgegliederten Abteilung, die ganz und gar von einem einzelnen Mäzen abhängig ist, dann fällt mir die Wahl nicht schwer!

Beorn:
"NRW-Liga 10/11" ist als Thema irgendwie ein wenig veraltet, daher packe ich das, was ich gern schreiben möchte, einmal in dieses, aktuellere Thema. Wenn dies Probleme bereitet, kann gern ein Moderator den Beitrag wieder verschieben!

Passend zum Zweikampf um den Aufstieg in die Oberliga Westfalen gab es auch ein Finish um den zweiten Abstiegsplatz. Dabei kam es zum Fernduell zwischen dem TuS Heven (im Derby bei der TSG Sprockhövel) und - alle Jahre wieder - SC Westfalia Herne.

Ein wenig erinnerte die Konstellation an den letzten Spieltag der letzten Saison: Auch damals trat Herne auswärts in Bielefeld an, damals bei Arminia II, diesmal beim Schlußlicht TuS Dornberg. Und wieder mussten der direkte Konkurrent in Sprockhövel antreten, damals der SV Schermbeck, jetzt eben der TuS.

Heven ging früh in Führung, nur wenige Minuten später erzielte Dornberg nach einer Ecke ebenfalls die Führung. Zur Pause war Westfalia Herne noch abgestiegen. Doch dann rappelten sich die Herner auf: Nach einem Freistoß kamen sie zum Ausgleich, kurze Zeit später glichen dann auch die Sprockis aus.

Die Ergebnisse von anderen Plätzen machen heute schnell die Runde, beflügeln die einen, lähmen die anderen. Herne spielte sich in einen Rausch, erzielte in achtzehn Minuten vier Tore (die Dornberger hatten keine Wechelalternativen mehr), dagegen brach Heven nach der vielen Laufarbeit der ersten Halbzeit konditionell ein. Es gab schließlich einen Elfmeter, der Verursacher ging vom Platz, der TuS lag hinten und kassierte in der Schlußphase noch das 3:1.

Immerhin 500 Zuschauer wollten das Nachbarschaftsderby sehen, in Dornberg waren es 150 Besucher, für die Westfalenliga leider keine unübliche Kulisse. Für mich wäre das Derby im Baumhof eine echte Option gewesen, doch ich glaube, mit dem Besuch in Aplerbeck habe ich die bessere Wahl getroffen.

Arminia Bielefeld II stand als Meister ja schon seit Monaten fest, aufsteigen durften sie wegen des Abstiegs der ersten Mannschaft ja nicht. Die SpVgg Erkenschwick verpasste zum Abschluß die Vizemeisterschaft durch eine Niederlage in Erndtebrück. Auch bei unserem Lokalrivalen kamen mal eben 150 Zuschauer ins Stadion.

Die Ex-Zweitligisten RW Ahlen und FC Gütersloh liegen in der Abschlußtabelle auf den Plätzen neun und zehn, weit abgeschlagen hinter der Tabellenspitze.

Für die Aufsteiger war es eine erfolgreiche Saison: Der SV Rödinghausen steigt direkt in die Regionalliga auf, Eintracht Rheine belegt einen soliden achten Platz, der SV Zweckel (ein Verein aus Gladbeck) setzt seine Erfolgsserie mit dem sicheren Klassenerhalt fort.

Damit ist auch bei uns in Westfalen die Saison beendet, nur im Jugendfußball gibt es ja noch die Entscheidungsspiele um die deutschen Meisterschaften.

schorschla:

--- Zitat ---Marco Christ
--- Ende Zitat ---
  [wub]

Beorn:
Eine Weile war Sendepause in diesem Thema, aber man kann es mal wieder reaktivieren!

Heute war ich beim Spitzenspiel der Verbandsliga Westfalen II, TSV Marl-Hüls gegen den FC Brünninghausen. Erster gegen Zweiter, beide Vereine nur durch einen Punkt getrennt, Anlass genug auf Oberligaspiele zu verzichten und sich mögliche künftige Ligagegner anzusehen.

Der TSV Marl-Hüls hat eine ruhmreiche Vergangenheit, war etwa 1954 deutscher Amateurmeister (im Jahr darauf waren es meine Sportfreunde), stand in den 70ern noch einmal im Endspiel dieses ehemals so ruhmreichen Wettbewerbs, dann verschwanden sie aber in den Niederungen des lokalen Fußballs. In den letzten Jahren sind sie aber wieder aufgestiegen und machen sich nun sogar daran, die Vormachtstellung des VfB Hüls in Frage zu stellen. Dabei hilft ihnen der große Umbruch beim Verein vom Badeweiher. Aus dem ehemaligen Regionalligateam wurden mehrere Spieler an den Loekamp geholt, darunter auch der ehemals bekannte Torjäger Christian Erwig.

In der letzten Saison machte der TSV schon mit dem Erreichen des Halbfinals im Westfalenpokal auf sich aufmerksam, dafür mussten sie in der Liga mehrere Gegner ziehen lassen. Jetzt stehen sie an der Tabellenspitze und wollten diese auch verteidigen.

Den FC Brünninghausen habe ich schon im Sommer gesehen, damals im Ligafinale bei Meister ASC Dortmund. Bis heute war  das Team vom Rombergpark ungeschlagen. Und eine Zeit lang sah es auch so aus, als würden die Dortmunder ihren Lauf fortsetzen. Doch ein vielversprechender Angriff landete nur an der Latte, danach kam das Heimteam mehr und mehr auf und erzielte nach einer halben Stunde die Führung. Kurz nach der Pause war er da, Christian Erwig, den ich übrigens auch mal ganz gern bei meinem Team gesehen hätte. Einen per Kopf verlängerten Freistoß köpfte er mit Wucht und Präzision ins gegnerische Tor. Als ein wenig später sogar noch das 3:0 fiel, war die Partie natürlich gelaufen. Brünninghausen zeigte aber Moral, verkürzte noch auf 1:3, konnte das Spiel aber nicht mehr drehen oder wirklich spannend gestalten.

Es war temporeicher, gut anzusehender Fußball, den beide Mannschaften zeigten, insbesondere die ausgeglichene erste Halbzeit war für einen neutralen Zuschauer sehr sehenswert.

Mit dem Sieg hat der TSV den direkten Gegner auf vier Punkte distanziert. Allerdings liegen der DSC Wanne-Eickel und der Fusionsclub FC Iserlohn nur einen bzw. zwei Punkte dahinter. Aus meiner Sicht erfreulich: Der FC Kaan-Marienborn spielte erneut nur 0:0 in Holzwickede und liegt jetzt bereits sechs Punkte auf den Aufstiegsplatz zurück.

Von den Spielen, die ich bislang in der Verbandsliga in diesem Jahr gesehen habe, war dieses Spitzenspiel fußballerisch das beste und lohnte das Kommen in jedem Fall! Eine Zuschauerzahl wurde nicht durchgesagt, doch schätze ich den Besuch auf 3-400 Zuschauer. Was schon mehr ist, als bei vielen Oberligaspielen im direkten Umfeld der NRW-Bundesligisten!

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