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American Football 2015 - Alle gegen die dunkle Macht!

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Imho:
Sooo... Die tiefe depression nach dem Super Bowl ist verraucht, danach durfte ich noch ein paar Tage mit Saisonrückblicken rumdilettieren und so den Start in die NFL-Wechselperiode nahtlos überbrücken. Da war wieder einiges los, worauf ich jetzt aber nicht weiter eingehen werde. Denn in dieser Woche gibt es Wichtigeres:

Der NFL Draft 2015
Wie jedes Jahr dürfen sich die NFL-Franchises wieder aus dem riesigen Pool von Talenten aus dem "Amateur"-Bereich College Football bedienen. Wie immer werden hunderte junger "Studenten" ihrer NFL-Chance und der Chance um einige Millionen US$ entgegenzittern. Wie immer wird es Freudentränen geben, lange Gesichter von sicheren Erstrunden-Prospects, die die Draftlisten nach unten rauschen (und dabei viel Geld verlieren). Wie immer werden Millionen NFL-Fans vor Wut ihre Fernsehen aus den Fenstern schmeißen, werden sogenannte Experten an manchen Picks kein gutes Haar lassen oder anders herum behaupten, dass hätten sie schon immer voraus gesagt.

Die Grundvoraussetzungen bleiben ebenso, wie ich das letztes Jahr hier beschrieben haben. Neu ist nur der Austragungsort. Nach Jahrzehnten in der New Yorker Radio Music City Hall zieht die NFL mit ihrem Spektakel nach Chicago um. 

Ich möchte den diesjährigen Football-MonologTalk hier am Stammtisch mit einer Vorstellung der vielversprchensten Spielern dieser Draftklasse beginnen. Die Klasse gilt zwar als weniger phänomenal stark als letztes Jahr aber immer noch als ziemlich gut und auf vielen Positionen als relativ tief besetzt. Und weil das am einfachsten ist, starte ich heute mit den Offensive Skill Positions: Quarterbacks, Wide Receiver, Running Backs.

1.) Quarterbacks
- NFL-Teams mit eindeutigen QB-Needs: Tampa Bay, Tennessee, NY Jets, Cleveland, Buffalo, Houston,
- NFL-Teams mit Fragezeichen auf QB: Washington, Philadelphia, Arizona, St. Louis, Chicago, Oakland, Jacksonville

Die Draftklasse gilt als eher durchwachsen. Zwei Quarterbacks stechen aus der Masse heraus, drei vier gehen als Entwicklungsspieler durch und danach kommt nicht mehr viel. Die beiden benannten Top-Spieler gelten allerdings als Kandidaten für die ersten beiden Draftpicks. Es handelt sich dabei um den letzte Saison schon öfter angesprochenen Marcus Mariota von der University of Oregon und Jameis Winston von der Florida State University.

Letzterer gilt als Top-Kandidat für den #1 Pick der Tampa Bay Buccaneers. Er führte sein Team 2013 zur College Meisterschaft, er spielte bei FSU in einem Team, welches einen NFL-Pro-Style spielt. Mit 1,93m und 105 kg bringt er Gardemaße für einen QB mit in die NFL. Er hat einen starken und genauen Wurfarm, geht gut mit Druck um, lässt sich von Fehlern und Rückschlägen nicht aus dem Konzept bringen. Seine sportlichen Schwächen sind eher noch seiner Jugend geschuldet. Er geht manchmal zu großes Risiko bei Würfen (was zu Interceptions führt) und ist nicht der Schnellste (was er als QB auch nicht sein muss. Das alles verblasst aber gegenüber seinen Eskapaden neben dem Spielfeld. Wer ihn als das Gesicht seiner Franchise holt, geht das Risiko ein, einen im besten Fall unreifen, verzogenen Bengel zu holen, im schlechtesten Fall ein dämliches Rindvieh und leicht psychopathischen Kriminellen. Seine Liste der Glanztaten neben dem Platz geht von vulgären Beleidigungen auf dem Uni-Campus über Ladendiebstahl bis hin zu mehreren Vergewaltigungsvorwürfen. Am College musste sich seine Uni den Vorwurf gefallen lassen, zusammen mit der örtlichen Polizei ales vertuscht zu haben. In der NFL kann er diese Art Protegierung vergessen. Es ist noch nichtmal sicher, ob die letzten Vergewaltigungs-Vorwürfe nicht noch einmal vor Gericht aufgerollt werden. Will man so einen Mann die Quarterback-Verantwortung für sein Football-Team geben? Ich hätte Bauschmerzen. Die Buccaneers scheinen noch damit leben zu können und wollen Winston wohl heim im Staate Florida behalten. Das könnten aber auch Nebelkerzen sein...

Charakterlich wird man an Marcus Mariota nichts aussetzen können. Der Quarterbacks der Oregon Ducks gilt als absoluter Saubermann und Schwiegermutterliebling. Aber er hat in diesem Jahr den typischen Spießrutenlauf eines ganzjährigen #1-Draftprospects durchlaufen. Auf einmal meinte jeder, irgendwelche Makel zu erkennen, fand irgend etwas zu kritisieren. Und somit gilt Mariota jetzt als sportlich etwas riskanterer Pick gegenüber Jameis Winston. Für mich absolut unverständlich. Ja- er kommt aus Oregon und einer Spread-Offense die viel über Speed und ungewöhnlichen Spielzüge macht. Dabei musste er nicht oft die Würfe in enge Fenster zeigen, die in der NFL nötig sind. Aber trotzdem hat er drei Jahre lang eine der besten Offensiven des College Football getragen. Er ist schnell und gut zu Fuß unterwegs, kann weit und genau werfen, wirft vor allem aus dem Lauf heraus sehr genau und hat eine super Spielintelligenz und Übersicht. Er spielt intelligent und relativ fehlerfrei. Dass er momentan so runtergeschrieben wird, kann ich nicht nachvollziehen. Das Ganze erinnert ans letzte Jahr, als der beste Quarterback (Teddy Bridgewater) massiv in der Gunst der NFL-Teams fiel. Am Ende tradeten die Vikings nochmal hoch, um ihn an #32 zu ziehen. Jetzt kann man mal die Cleveland Browns fragen, ob sie mit dem schillernden Johhny Football (Manziell) jetzt besser fahren.

Hinter diesen beiden fallen die weiteren QBs leistungsmäßig doch etwas stärker ab. Die nächstbesten wären:

[*] Bryce Petty, Baylor, Projektion: Anfang 2.Runde bis 6.Runde
[*] Sean Mannion, Oregon State, Projektion: Ende 2.Runde bis 5.Runde
[*] Brett Hundley, UCLA, Projektion: Mitte 1.Runde bis Ende 3.Runde
[*] Garrett Grayson, Colorado State, Projektion: Anfang 2.Runde bis 3.Runde
[*] Shane Carden, East Carolina, Ende 3.Runde bis 7.Runde

Lange galt Brett Hundley als Nr.3 der QB-Riege. Er spielte aber eine eher wechselhafte Saison bei UCLA, auch wenn ihm dort dieses Jahr der Schutz einer ordentlichen O-Line und passende Receiver fehlten.  Er bringt aber gute physische Voraussetzungen, einen starken Wurfarm und hohes Entwicklungspotential (Upside) mit.

Bryce Petty und Sean Mannion schießen in den letzten Wochen die Draftboards hoch und bekommen viel Hype. Beide stammen aber aus Spread Offenses und bringen viel Bust-Risiko mit sich. Petty gilt als spielintelligent, gut zu Fuß und hat einen guten Wurfarm, wirft aber auch noch sehr ungenau, plagt sich mit Rückenproblemen herum und findet oftmals freie Receiver nicht. Mannion gilt als der sicherere und genauere Passer, der aber oftmals zu großes Risiko geht.

So weit die Meinungen bei Petty und Mannion auseinander gehen, so einig ist man sich bei Garrett Grayson. Grayson kommt von der kleineren Colorado State University und hatte dort nicht das Konkurrenzlevel wie die vorgenannten Quarterbacks. Er gilt als Mann für die zweite oder dritte Draftrunde, weil er solide, relativ fehlerfrei, mit guter Genauigkeit und relativ fehlerfrei spielt. Das alles, obwohl seine Fußarbeit noch als relativ ungeschliffen gilt. Ihm fehlt allerdings etwas die Athletik der anderen QBs und bei tiefen Bällen noch als inkonstant.

Shane Carden habe ich mit East Carolina letzte Saison öfter spielen sehen und hatte Spaß. Ja- er wirft oftmals wild und risikoreich. Ja - seine Genauigkeit muss in der NFL noch besser werden. Aber zwischendurch streute er immer wieder grandiose Bomben ein, gilt als sehr spielintelligent und kann auch ganz gut scrambeln. Das ist kein Mann, der von Tag 1 an NFL-Starter ist und wahrscheinlich wird er nie ein Franchise QB. aber ein guter Ersatzmann, der zur Not noch mal frischen Wind reinbringt- das könnte ich mir gut vorstellen.

Imho:
2.) Wide Receiver
- NFL-Teams mit eindeutigen Receiver-Needs: Oakland, Tennessee, Cleveland, Carolina, Kansas City, Baltimore
- NFL-Teams, die mehr Tiefe auf Receiver brauchen: Receiver kann man nie genug haben...

Die Passfänger können wieder sehr viele gute Prospects ins Rennen schicken. Die besten dabei wären:

[*] Amari Cooper, Alabama, Projektion: frühe 1.Runde
[*] Kevin White, West Virginia, Projektion: frühe 1.Runde
[*] DeVante Parker, Louisville, Projektion: Mitte 1.Runde
[*] Dorial Green-Beckham, Missouri/Oklahoma, Projektion: Mitte 1.Runde bis undrafted
[*] Sammy Coates, Auburn, Projektion: Ende 1.Runde bis Mitte 2.Runde
[*] Justin Hardy, East Carolina, Projektion: Mitte 2.Runde bis Ende 3.Runde
[*] Devin Smith, Ohion State, Projektion: Ende 1.Runde bis Ende 2.Runde
[*] Breshad Perriman, Central Florida, Prójektion: Ende 1.Runde bis Ende 2.Runde
[*] Nelson Agholor, Southern California, Projektion: Ende 1.Runde bis Ende 3.Runde
[*] Jaelen Strong, Arizona State, Projektion: Anfang 2.Runde bis Ende 3.Runde
[*] Phillip Dorsett, Miami/Florida, Projektion:Anfang 2.Runde bis Anfang 4.Runde
[*] Rashad Greene, Florida State, Ende 2.Runde bis Ende 3.Runde
[*] Tyler Lockett, Kansas State, Anfang 2.Runde bis Anfang 3.Runde
[*] Vince Maille, Washington State, Projektion: Ende 2.Runde bis Ende 4.Runde

Eine Menge Namen, die ich - keine Angst - nicht alle vorstellen werde. Ich möchte damit nur eines zeigen: Material wäre auch mindestens in Runde 2 oder 3 noch genug da. Die Draftklasse gilt nicht als so grandios stark wie 2014, aber immer noch als sehr stark.

Welcher Receiver jetzt der Beste ist, scheint dabei wirklich Geschmackssache. Mein Geschmack ist natürlich der SEC Receiver aus Alabama, den ich ca. 20x hab spielen sehen. Amari Cooper ist der geschmeidigere, antrittsschnellere Mann, der bessere Routen läuft und sein Team zwei Jahre lang getragen hat. ein absoluter Playmaker. Dagegen ist Kevin White aber bessere Athlet, der größere und kräftigere Spieler, der am Ende noch mehr Speed hat und den Ball hoch aus der Luft pflücken kann. Cooper scheint jetzt der etwas bessere Spieler zu sein, White bringt mehr Upside mit und könnte potentiell der besser Spieler werden.

Ganz knapp dahinter kommt DeVante Parker, der die Stärken von Cooper und White zu vereinen scheint, vielleicht der kompletteste Receiver der drei ist aber in jeder Kategorie (Fanghände, Schnelligkeit, Route Running, etc.) entweder leicht hinter Cooper oder leicht hinter White steht. Trotzdem gilt er den meisten Experten als Top10 würdig. Vom reinen Sportlichen her gilt das auf jeden Fall auf für Dorial Greene-Beckham, ein 1,98m Tier, welches von der Athletik und Sprungkraft bereits mit Detroit Lions-Receiver-Superstar Calvin Johnson verglichen wird. Dumm nur, dass er 2014 kein Spiel absolviert hat, weil er mit Drogengeschichten (und Drogenhandel-Vorwürfen) von der Uni in Missouri flog, dann zwar in Oklahoma unterkam aber das Jahr noch gesperrt pausieren musste.

Sympathiepunkte bekommt dagegen Justin Hardy. Eine Feließbiene, die während seiner College Karriere an der kleineren University of East Carolina den College-Rekord für gefangene Pässe aufstellte. Er ist eher der Typ "Slot Receiver" für kurze Routen. Ein Super Techniker, der mit hohem Einsatz spielt und sich selbst fürs Blocken nicht zu schade ist. Mit 1,83m allerdings kleiner als seine Kollegen und mit eher limitierter Upside. Im besten Fall ein Spieler wie Wes Welker oder Julian Edelman, die bei den Patriots im Slot viel für ihr Team leisteten. Im schlechtesten Fall kein Superstar-Slot-Receiver aber immer noch ein solider Arbeiter für das Team, welches ihn draftet.

Wo dann die übrigen Spieler, die ich oben genannt habe landen - das hängt dann vom Geschmack der NFL-General Manager ab und ob diese erstmal andere Baustellen bearbeiten müssen. Aber Auswahl ist genug da und auch in den Runden 4 und 5 wird man noch Receiver finden, die ihren neuen Teams zumindest mehr Tiefe auf dieser Position geben. Und im Zweifelsfall würde ich als General Manager eher einen weiteren guten Receiver nehmen, als einen Spieler der eine Draftposition in Runde 1 oder 2 eher nicht rechtfertigt.

Sooo.... das hat jetzt länger gedauert als geplant... Running Backs kommen erst morgen...

Imho:
3.) Running Backs
- NFL-Teams mit eindeutigen RB-Needs: San Diego, Dallas, Detroit, New Orleans, Atlanta, Arizona,
- NFL-Teams mit Fragezeichen: St. Louis, Cleveland, Tennessee, Denver, Oakland, Jacksonville

Running Backs haben in der NFL in den letzten Jahren immer mehr Wert verloren, zumindest was den Draft angeht. In den letzten zwei Jahren wurde kein RB mehr in der ersten Runde gedraftet. Auch vertragslose Veteranen - ob Superstars oder nicht - Bekommen in der NFL nicht mehr die dicken Verträge, wie das andere Positionen bekommen. College-RBs, in am College schon sehr viele Carries bekamen, werden teilweise schon als verbrannt angesehen. Und auf keiner Position scheint die Verletzungsgefahr so groß zu sein. Deshalb verlässt eigentlich jeder Prospect, der eine kleine Chance auf die NFL hat, das College auch vorzeitig. Und trotz der immer höheren Passlastigkeit der NFL- ohne ordentliches Laufspiel gewinnst du auch in der NFL 2015 keinen Blumentopf mehr.

Die RB-Namen, die man für den Draft schon mal gehört haben sollte:

[*] Todd Gurley, Georgia, Projektion: Anfang 1.Runde bis Ende 1.Runde
[*] Melvin Gordon, Wisconsin, Projektion: Mitte 1.Runde bis Anfang 2.Runde
[*] Mike Davis, South Carolina, Projektion: Mitte 2.Runde bis Anfang 4.Runde
[*] Duke Johnson, Miami/Florida, Projektion: Mitte 2.Runde bis Anfang 3.Runde
[*] T.J. Yeldon, Alabama, Projektion: Mitte 2.Runde bis Ende 3.Runde
[*] Jay Ajayi, Boise State, Projektion: Mitte 2.Runde bis Anfang 5.Runde
[*] Ameer Abdullah, Nebraska, Projektion: Anfang 3.Runde bis Mitte 4.Runde
[*] Tevin Coleman, Indiana, Projektion: Ende 2.Runde bis Anfang 5.Runde
[*] Jeremy Langford, Michigan State, Projektion: Anfang 3.Runde bis Ende 3.Runde

Wie schon bei Quarterbacks und Receivern gibt es zwei Spieler, die aus dieser guten Running Back klasse herausstechen. Der sportlich beste Prospect dürfte dabei Todd Gurley sein. Was bin ich froh, dass der Junge das College verlässt, bei Georgia war er direkter Divisionskonkurrent meiner Gamecocks. Daher haben ich den Jungen aber auch recht oft spielen sehen - und wow! Wenn man sich einen Running backen müsste- so sähe er aus. Mit 1,83m und 103 kg bringt er Traummaße für die Position mit. Er ist antrittsschnell, schnell im offenen Feld und kräftig. Er schlägt gute Haken, findet Lücken und hat eine gute Übersicht. auch als Passfänger und vor allem als Blocker in Pass Protection ist er sehr gut zu gebrauchen. Der einzige Nachteil: Letzte Saison zog er sich einen Kreuzbandriss zu.

In Gurleys Verletzungspause bekam dann Melvin Gordon von Wisconsin die Aufmerksamkeit ab. Und er nutzte sie, um haufenweise 200-yards Spiele abzuliefern, eine grandiose 2000-yards Saison zu spielen und am Ende der Saison bei der Wahl zur Heisman Trophy Platz 2 abzustauben. Auch Gordon ist ein antrittsschneller, kräftiger Back, der im open field allerdings noch explosiver als Gordon ist. Seine Athletik sieht man immer wieder, wenn er es schafft Tackles zu durchbrechen. Allerdings hat Gordon bei Wisconsin in Pass-Situationen so gut wie keine Erfahrungen sammeln können, fing daher keinen Pass und gilt in Pass Protection als wenig brauchbar. NFL-Teams, die Gurleys Verletzungshistorie abschreckt, dürften mit Gordon ihre Freude haben.

Der drittbeste RB im Draft ist meiner Meinung nach Duke Johnson aus Miami. Miami schau ich ganz gern und dabei kommt man an Johnson nicht vorbei. Mit 1,76m und 94 kg gilt er zwar als etwas klein für die NFL, diese physischen Nachteile macht er aber mit ganz starker Athletik und Speed wieder wett. Erstaunlicherweise kann er auch Tackles brechen oder sich aus diesen lösen und ordentlich noch yards after contact holen. Auch als Passfänger ist er zu gebrauchen, als Passblocker sößt er mit 1,76 natürlich an physische Grenzen. Dazu leistet er sich doch noch ab und zu den einen oder anderen Fumble zuviel.

Noch zwei Spieler, die von zwei meiner Lieblingsteams kommen, und die ich deshalb oft beobachten konnte, sind Mike Davis (South Carolina, Baby!) und T.J. Yeldon ( Alabama, Roll Tide!). Davis ist auch der eher etwas kleinere RB, aber im Gegensatz zu z.B. Melvin Gordon ein kompletter Back für Lauf- und Passspiel. Leider spielten er und meine Gamecocks 2014 nicht ihre beste Saison, wodurch er etwas im Draft abrutschen könnte. Ab der dritten Draftrunde gilt er aber als Steal. Yeldon dagegen lebt von seiner Physis (1,85m, 103kg), bringt zwar nicht die hohe Endgeschwindigkeit mit aber einen guten Antritt. Er gilt als kompletter Running Back, der sowohl durch die Tackles und außen herum laufen kann und auch als Passfänger bei Alabama Erfahrungen sammeln konnte.

Danach muss ich mich auf Berichte der Jungs von www.derdraft.de und weiter Draft-Websites verlassen. Jay Ajayi ist der Typ Power Back, der im Laufspiel gern mal über Gegner drüber läuft, im Passspiel dagegen eher weniger zu gebrauchen ist und gern mal fumbelt. Ameer Abdullah gilt als etwas klein und schmächtig (1,75m, 94 kg), auch wenn er im letzten Jahr schon etwas Muskelmasse drauf packen konnte. Ein pfeilschneller Mann, dem in der NFL aber eher eine Rolle als change-of-pace-back bescheinigt wird. Dazu ist er schon Senior, hat bei Nebraska 4 Jahre lang schon viel Arbeit verrichtet. Für NFL-Manager ist das oftmals ein rotes Tuch. Mit Tevin Coleman gibt es hier noch einen einstimmigen All-American Spieler, der an der Basketball-Uni Indiana sonst eher weniger beachtet würde. Ein guter Mann, nicht so explosiv wie die bereits vorgestellten Spieler, aber in allen Kategorien gut (Kraft, Speed, Tackles brechen, Fanghände, Läufe inside und outside). Kein überragender Athlet ist auch Jeremy Langford, der dann bei der NFL-Combine die schnellste 40-yards-Zeit aller RBs lief. Alles was für Coleman galt, kann man auch über Langford sagen: Athletisch nicht überragend aber überall gut.

Das waren alles Spieler, die ab der dritten Runde ordentlichen Wert für die NFL-Teams bringen sollten. Ab den Runden 4-7 gibt es noch weitere Running Backs, die in der NFL kurzfristig ihre Rolle übernehmen können. Am ehensten noch zu erwähnen wären hier David Cobb aus Minnesota, Javorius "Buck" Allen von USC, Josh Robinson (Mississippi State, Karlos Williams (Florida State), Cameron Artis-Payne (Auburn) oder Malcom Brown (Texas). Alles Spieler, die man ab Runde vier oder fünf ziehen kann, und die ab Runde 6 sicherlich Steals wären.

Ob es heute Abend mit O-Line oder Passrushern weiter geht, weiß ich noch nicht? Hat jemand Wünsche?

Imho:
4.) Passrusher
- NFL-Teams mit krassen Passrush-Needs: Atlanta, Jacksonville, Tampa, Indianapolis, Dallas, Chicago, New Orleans, Pittsburgh

In der heutigen, wurflastigen NFL-Generation wird es natürlich auf Defensivseite immer wichtiger, ordentlich Druck auf gegnerische Quarterbacks zu machen. Dieser Druck kann dabei natürlich von allen Spieler der Front Seven (D-Line und Linebackern) kommen und bei Blitz-Spielzügen auch von Cornerback. Hier möchte ich mich allerdings - und das möglichst kurz - auf die Spieler "außen" konzentrieren: auf Defensive Ends in einer 4-3-Defense und auf Outside Linebacker in einer 3-4-Defense.

Im Jahr 2015 werden sich de NFL-Teams auf folgende Passrush-Talente freuen können:

[*] Dante Fowler jr., Florida, Projektion: Anfang 1.Runde
[*] Vic Beasley, Clemson, Projektion: Anfang bis MItte 1.Runde
[*] Alvin "Bud" Dupree, Kentucky, Projektion: Ende 1.Runde bis Mitte 2.Runde
[*] Shane Ray, Missouri, Projektion: Anfang 1.Runde bis Mitte 2. Runde
[*] Randy Gregory, Nebraska, Projektion: Mitte 1.Runde bis Ende 2.Runde
[*] Eli Harold, Virginia, Projektion: Anfang 2.Runde bis Anfang 3.Runde
[*] Preston Smith, Projektion: Ende 1.Runde bis Mitte 2.Runde
[*] Trey Flowers, Arkansas, Projektion: Mitte 2.Runde bis Mitte 3.Runde

Dante Fowler jr. scheint momentan das beste Paket zu sein und wird eigentlich unisono an #3 zu den Jaguars gemockt. Fowler ist ein kraftvoller, athletisch guter Passrusher der auch Dank guter Technik gut an Blockern vorbeikommt, selbst wenn diese die Hände an ihn bekommen.  Dadurch schafft er immer wieder spektakuläre Plays und verursacht neben QB-Sacks auch viele Fumbles. Verbessern müsste er noch seinen Antritt und sein Tackling. Dafür hat er eine gute Spielübersicht, vor allem gegen lauflastige Option-Offenses und kann somit auch gegen den Lauf bestehen. Fowler wird zugetraut, sowohl in einer 4-3-Defense den Defensive End zu spielen als auch in 3-4-Defenses den Outside Linebacker.

An Nr.2 habe ich Vic Beasley gesetzt, obwohl rein sportlich zwei weitere Passrusher etwas mehr versprechen. Beasley ist mit 1,91m und 110 kg etwas "schmächtig", weshalb er eher als 4-3-Defensive End gesehen wird. er ist explosiv, antrittsschnell, technisch stark und hat auch schon Erfahrung in Pass-Deckung. Großes Manko ist, dass er gegen den Lauf kein Faktor ist, sich dort leicht wegblocken und -schieben lässt. Er ist ein reiner Pass-Rusher - aber ein sehr starker!

Sportlich besser scheinen Shane Ray und Randy Gregory zu sein die rein sportlich sichere Top10 Picks wären. Blöde nur, wenn Gregory direkt beim Combine positiv auf Marihuana getestet wird und auch Ray jetzt als gelegentlicher Kiffer enttarnt wird. Eine Red Flag für NFL-Teams. Wie Beasley sind auch diese beiden Spieler relativ leicht und schlaksig. Dafür bringt Randy Gregory wahrscheinlich die beste Athletik und den größten Speed mit und zusätzlich die längsten Arme, mit denen er sich gut aus Blocks lösen kann. Ray dagegen  ist ein überragender Techniker und einfach ein Finisher. Wenn der seine Hand an den Gegner bekommt, bricht dieser keinen Tackle. Was sich Ray nicht leisten sollte, sind solche dummen Late Hits wie im SEC-Championship-Game gegen Alabama letztes Jahr, für welches er vom Platz flog.

Bud Dupree bringt mega viel Upside mit, ist aber im Moment noch etwas ungeschliffen. Mit 1,93m und 122,5 kg bringt er ideale Maße für einen Passrusher mit, könnte beide Positionen spielen. Er kann dabei auf eine phänomenale Physis und einen starken Antritt bauen. Leider verlässt er sich momentan noch zu sehr auf seine körperlichen Stärken, müsste noch gehörig an seiner Technik feilen. Deshalb hat man am College recht oft gesehen, dass er - wenn mal geblockt - komplett aus dem Spiel genommen wurde.

5.) Secondary
- NFL-Teams mit krassen Secondary-Needs: New England, Pittsburgh, Dallas, Jacksonville, Detroit, Carolina,

Und da ich das Ganze etwas kürzer halten möchte, pack ich an die Passrusher gleich noch einmal die Manndecker/ Passverteidiger drauf. Also die Safeties und Cornerbacks. Spieler, auf die man sich freuen könnte sind:

[*] Landon Collins, Safety, Alabama, Projektion: Mitte 1.Runde bis Anfang 2.Runde
[*] Marcus Peters, Cornerback, Washington, Projektion: Mitte 1.Runde bis Ende 1.Runde
[*] Trae Waynes, Cornerback, Michigan State, Projektion: Mitte 1.Runde bis Ende 1.Runde
[*] Kevin White, Cornerback, TCU , Projektion: ab Anfang 2.Runde
[*] Eric Rowe, Cornerback, Utah, Projektion: Ende 1.R unde bis Mitte 2.Runde
[*] Damarious Randall, Safety, Arizona State, Projektion: Ende 1.Runde bis Anfang 3.Runde
[*] Quinten Rollins, Cornerback, Miami/Ohio, Projektion: ab Mitte 2.Runde
[*] Kevin Johnson, Cornerback, Wake Forest, Projektion: ab Anfang 2.Runde
[*] Jalen Collins, Cornerback/Safety, Louisiana State (LSU), Projektion: ab Mitte 2.Runde
[*] Ronald Darby, Cornerback, Florida State, Projektion: Anfang 2.Runde bis Ende 3.Runde
[*] P.J. Williams, Cornerback/ Safety, Projektion: ab Mitte 2.Runde

Viel Erstrundenpotential ist eigentlich nicht dabei und an wirklichen Beobachtungen fehlt es mir hier auch. Ausnahme ist landon Collins, Strong Safety von Alabama, den ich mit der Crimson Tide recht oft hab spielen sehen. Ein guter und spielintelligenter Safety, der gut gegnerische Quarterbacks liest und somit Pass-Plays unterbindet. Wenn ein Running Back durch die Front 7 durchschlüpft, ist er ein guter Tackler. In Reiner Pass-Deckung hat er aber Probleme.

Das größte Secondary-Talent im Draft sollte Marcus Peters, Cornerback aus Washington sein. Ein sogenannter Shut-down-Cornerback der in reiner Manndeckung gegnerische Receiver komplett aus dem Spiel nehmen kann. Wenn doch mal ein Ball gefangen wird, ist er ein sicherer Tackler und Dank seiner guten Spielübersicht erkennt er auch Laufspielzüge, löst sich dort von Blocks und kann Tackles produzieren. Problem: Er gilt als starrköpfig und undiszipliniert, flog bei Washington aus dem Kader, weil er sich mit den Coaches stritt. NFL-Rookies, die alles besser wissen, als ihre Coaches - da stehen NFL-Trainer ja total drauf.

Somit könnten viele Teams eher auf Trae Waynes, Cornerback von Michigan State, schauen. Ein technisch ganz feiner, sauberer Manndecker mit guten Händen, der eng an seinen Gegnern dran bleibt und sogar die ein oder andere  Interception fängt. Physisch müsste er allerdings noch etwas zulegen, trotz guter Combine-40-yards-Zeit sieht er eher etwas langsamer aus.

Da der Rest der Secondary-Prospects hauptsächliche 2.Runden-Grades hat, spar ich mir mal ein weiteres Nachplappern der Einschätzungen. Aber wessen Team auf diesen Positionen Verstärkung gebrauchen könnte, sollte die Namen wenigstens schon mal gelegen haben.

MundM:
Am Freitag beginnt auch in Deutschland die neue Saison. Dresden will im Dynamostadion einen neuen Zuschauerrekord hinbekommen. Das beste in DResden waren wohl 8500 Zuschauer.

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