Fussballstammtisch

Fussballstammtisch => Flick's Buben und andere Auserwählte => Thema gestartet von: Letterman am 16. Oktober 2015, 16:08:21

Titel: WM 2006 gekauft
Beitrag von: Letterman am 16. Oktober 2015, 16:08:21
Skandal um deutsche Bewerbung: Schwarze Kasse - Fußball-WM 2006 mutmaßlich gekauft

Nach Informationen des SPIEGEL hatte das deutsche Bewerbungskomitee für die WM 2006 eine schwarze Kasse eingerichtet. Franz Beckenbauer, damals Chef des Organisationskomitees, soll davon gewusst haben - wie auch der heutige DFB-Präsident Wolfgang Niersbach.

Der deutsche Fußball stürzt in seine größte Krise seit dem Bundesliga-Bestechungsskandal der Siebzigerjahre: Die Vergabe der Fußballweltmeisterschaft 2006 nach Deutschland war nach SPIEGEL-Informationen mutmaßlich gekauft. Das Bewerbungskomitee hatte eine schwarze Kasse eingerichtet, die der damalige Adidas-Chef Robert Louis-Dreyfus heimlich mit 10,3 Millionen Schweizer Franken gefüllt hatte - damals 13 Millionen Mark.

Eingeweiht waren allem Anschein nach der Chef des Bewerbungskomitees, Franz Beckenbauer, spätestens seit 2005 der heutige Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), Wolfgang Niersbach, und weitere hochrangige Fußballfunktionäre. Das Geld hatte Louis-Dreyfus, damals Vorstandschef von Adidas, dem deutschen Bewerbungsteam vor der WM-Entscheidung am 6. Juli 2000 als Privatmann heimlich geliehen; es tauchte weder im Haushalt des Bewerbungskomitees noch später, nach dem Zuschlag für Deutschland, im Haushalt des Organisationskomitees (OK) auf.

...

Mehr: http://www.spiegel.de/sport/fussball/fussball-wm-2006-wurde-mutmasslich-gekauft-a-1057829.html
Titel: Re: WM 2006 gekauft
Beitrag von: Reggaeboy am 16. Oktober 2015, 17:31:08
Auch bei uns blühen Korruption, Schwarzarbeit und schwarze Kassen. Das ist doch nichts Neues. Und dieses Gerücht waberte seit Jahren immer wieder durch die Gazetten.
Interessant finde ich aber, dass Dreyfuss hier wieder auftaucht. Hatte er nicht auch U. Hoeness eine ganze Stange Kohle für dessen Zockerei geliehen. Ich meine mich dunkel zu erinnern ...
Niersbach wäre dann als Uefa-Chef natürlich untragbar. Zurzeit fallen eine Reihe Fußball-Hoheiten von ihrem Thron, wahrlich auffällig.
Titel: Re: WM 2006 gekauft
Beitrag von: Statistiker am 16. Oktober 2015, 17:37:16
Blatter ist korrupt, Platini will ihm als FIFA-Präsident folgen. Wird wahrscheinlich nichts, weil er selber korrupt ist. Niersbach wurde als Platinis Nachfolger als UEFA-Präsident gehandelt. Nach der Geschichte ist er dafür auch nicht mehr geeignet. Da gibt es wohl keinen, der keinen Dreck am Stecken hat.
Titel: Re: WM 2006 gekauft
Beitrag von: Reggaeboy am 16. Oktober 2015, 17:39:29
Vielleicht der "heilige Theo" Zwanziger [dummdidum]
Titel: Re: WM 2006 gekauft
Beitrag von: Imho am 16. Oktober 2015, 17:58:40
Interessant finde ich aber, dass Dreyfuss hier wieder auftaucht.

Häh? Adidas gilt als Mutterfirma der modernen Sportkorrumption. Adidas hat beim IOC Samaranch inthronisiert und gestützt, hat bei der FIFA Havelange ins Amt gebracht, hat Blatter in seiner "Kommunikationsabteilung" ausgebildet und schon in den 80ern als Nachfolger für Havelange in Stellung gebracht und später im Machtkampf mit seinem Vorgänger gestützt. Ein ordentlicher Anteil der Gelder, die von Blatter und Havelange an Wahldeligierte in Afrika und sonstwohin geflossen sind über Adidas Kuriere gewaschen bzw. überbracht worden.

Und ganz zufällig wollte Adidas letztens, als McDonalds, Coca-Cola oder Visa rbelliert haben, nicht in die Rebellenallianz eintreten. Warum wohl... Was irgendwann noch harmlos mit kleinen Umschlägen und gratis Schuhen für Olympia-Teilnehmer noch klein begann, hat später bei den Verbänden im ganz großen Stil seine Fortsetzung gefunden. Ob da jetzt ein Dassler oder ein Dreyfuss an der Spitze des Konzerns stand, machte da keinen Unterschied...
Titel: Re: WM 2006 gekauft
Beitrag von: Letterman am 16. Oktober 2015, 21:33:42
DFB WEIST UNREGELMÄSSIGKEITEN BEI WM-VERGABE ENTSCHIEDEN ZURÜCK

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) tritt mit aller Entschiedenheit den völlig haltlosen Behauptungen des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ entgegen, es habe im Zusammenhang mit der Bewerbung für die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 beim DFB „Schwarze Kassen“ gegeben.

Ebenso deutlich weist der Verband die durch keinerlei Fakten belegten Schlussfolgerungen der Autoren zurück, es seien in diesem Kontext Stimmen für die WM-Vergabe gekauft worden. Mit aller Konsequenz hält der DFB deshalb nochmal ausdrücklich fest, dass dementsprechend weder der DFB-Präsident noch die anderen Mitglieder des Organisationskomitees in derartige Vorgänge involviert sein oder davon Kenntnis haben konnten.

Der DFB behält sich rechtliche Schritte gegen die Darstellung des Magazins „Der Spiegel“ vor.

[dfb]

http://www.dfb.de/news/detail/dfb-weist-unregelmaessigkeiten-bei-wm-vergabe-entschieden-zurueck-133006/
Titel: Re: WM 2006 gekauft
Beitrag von: Letterman am 18. Oktober 2015, 12:32:53
Otto Schily von der SPD weist Vorwürfe zur Vergabe der WM 2006 zurück

WM 2006: Schily verteidigt DFB

Otto Schily, der Mitglied des Aufsichtsrats des Organisationskomitees der WM 2006 war, weist die Bestechungsvorwürfe gegen den Deutschen Fußball-Bund entschieden zurück.

Der ehemalige Bundesinnenminister Otto Schily hat die Korruptionsvorwürfe zur WM-Vergabe 2006 entschieden zurückgewiesen.

"Ich habe keine Veranlassung, die Erklärung des DFB-Präsidiums in Zweifel zu ziehen. Als Mitglied des Organisationskomitees für die Fußball-WM habe ich zu keinem Zeitpunkt Informationen erhalten, die den Verdacht 'schwarzer Kassen' begründen", sagte Schily, der Mitglied des Aufsichtsrats des Organisationskomitees der WM 2006 war, der Bild am Sonntag.

"Alle Zahlungen des DFB einschließlich der gesamten Buchhaltung wurden seinerzeit von dem damaligen Schatzmeister des DFB, Dr. Theo Zwanziger, sorgfältig geprüft. Das gesamte Zahlenwerk müsste nach meiner Kenntnis auch nach Abschluss der Fußball-WM nochmals zu einem Zeitpunkt, in dem ich dem Organisationskomitee nicht mehr angehört habe, nochmals überprüft worden sein", ergänzte der 83-Jährige.

Wenn es bei einer Zahlung des DFB an die FIFA Unklarheiten gebe, "gehört das zur Verantwortung der Fifa und liegt außerhalb der Verantwortung des Organisationskomitees. Da Dr. Theo Zwanziger als späteres Mitglied des Exekutivausschusses der Fifa sicherlich Zugang zu der Buchhaltung der Fifa hatte, kann er am ehesten dazu Auskunft geben."

Der Spiegel hatte berichtet, die WM sei mutmaßlich gekauft worden. Das Bewerbungskomitee soll eine schwarze Kasse eingerichtet haben, die der damalige Adidas-Chef Robert Louis-Dreyfus heimlich mit 10,3 Millionen Schweizer Franken - damals 13 Millionen Mark - gefüllt haben soll.


Der SPD-Politiker wies auch den Vorwurf zurück, die damalige Bundesregierung habe einem Waffendeal mit Saudi-Arabien zugestimmt, um die Stimme des Landes bei der WM-Entscheidung zu bekommen.

"Durch die Veröffentlichung fühlen sich einige Medien und Politiker bemüßigt, die abenteuerlichsten Verdächtigungen zu verbreiten. Es wird z.B. versucht, zwischen einer Entscheidung des Bundessicherheitsrates und der Vergabe der Fußball-WM einen Zusammenhang herzustellen. Diese Gerüchte-Produktion schadet dem Ansehen Deutschlands und sollte von seriösen Medien nicht aufgenommen werden", so Schily weiter.

sport 1
Titel: Re: WM 2006 gekauft
Beitrag von: Reggaeboy am 18. Oktober 2015, 22:43:20
Niersbachs Erklärungen
Nicht ein Wort über Dreyfus

Von Anno Hecker und Michael Ashelm
18.10.2015

DFB-Präsident Niersbach äußert sich in zwei Erklärungen und einem Selbstinterview. Dabei verheddert er sich in Widersprüche.

Wie glaubwürdig ist der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB)? Wolfgang Niersbach wollte auch am Sonntag konkrete Fragen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung zu Details der Vorwürfe rund um die Vergabe der Weltmeisterschaft 2006 an Deutschland nicht beantworten. Zur Klärung bot der Chef des größten Fußballverbandes der Welt von Freitag bis zum Sonntagabend zwei Presseerklärungen im Namen des Verbandes und das Selbstinterview vom Samstag auf dfb.de an.

Sie sind widersprüchlich. Denn diese Verlautbarungen erwecken den Eindruck, Niersbach habe vor Monaten und Wochen eine Überprüfung mit Hilfe von Mitarbeitern und externen Experten „angeordnet“. Die Formulierungen lassen keinen Zweifel: „Aus Anlass (...) der immer wieder auftretenden Mutmaßungen in den Medien hat sich der DFB in den vergangenen Monaten intern mit der Vergabe der WM 2006 befasst.“ Und als er Wind von einer 6,7-Millionen-Euro-Zahlung durch das Organisationskomitee unter Präsident Franz Beckenbauer (mit seinem Vize Niersbach) bekam, habe „der DFB-Präsident“ die Hinweise „im Sommer dieses Jahres zum Anlass genommen, eine interne Untersuchung anzuordnen(...), unter Hinzuziehung externer Rechtsberater. (...) Ein abschließendes Ergebnis liegt dazu noch nicht vor, die eingeleiteten Prüfungen dauern noch an. Dazu gehört auch die Prüfung durch den Kontrollausschuss.“
Behauptungen mit Widersprüchen

Was sollte diese Mitteilung vom Freitagvormittag sagen? Dass Niersbach im Sommer alle Mittel und Gremien eingeschaltet haben will, um herauszufinden, ob das Organisationskomitee, dem der DFB-Boss angehörte, sich etwas zu schulden hat kommen lassen. Das wäre ehrenhaft. Nur wusste das DFB-Präsidium nichts von diesen Aktivitäten zur Aufklärung einer für den DFB höchst brisanten Affäre. Das haben jedenfalls zwei Quellen unabhängig voneinander der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung bestätigt. Demnach ist das Führungsgremium erst am Freitag informiert worden. Auch der Kontrollausschuss und die externe Kanzlei seien an diesem Tag mit Untersuchungen beauftragt worden.

Diese Behauptungen stehen im Widerspruch zu den zitierten Formulierungen des DFB, die sich vorwiegend auf den Präsidenten und dessen Doppelrolle beziehen: Untersucher und Verdächtigter. Niersbach hatte in einem vom DFB am Samstag geführten Interview (dfb.de) die Existenz von „schwarzen Kassen“ und Stimmenkauf zum Gewinn der WM-Bewerbung „kategorisch“ ausgeschlossen: „Die WM war nicht gekauft.“ Die gegenteilige Darstellung im „Spiegel“ soll der Rechtsanwalt Christian Schertz im Auftrag des DFB presserechtlich angreifen.

DFB-Präsident kann sich nicht erinnern

Im Fall einer juristischen Auseinandersetzung wird es auch um die Frage gehen, ob Niersbach von der angeblichen Zahlung in Höhe von umgerechnet 6,7 Millionen Euro an den damaligen Adidas-Chef Robert Louis-Dreyfus gewusst hat. Damit soll im Frühjahr 2005 ein Darlehen des Franzosen als Stock einer „schwarzen Kasse“ an das WM-OK via Fifa zurückgezahlt worden sein. Niersbach soll auf einem entsprechenden Dokument handschriftlich „Honorar RLD“, das Namenskürzel von Dreyfus, hinzugefügt haben, behauptet der „Spiegel“. Der DFB-Präsident kann sich „daran absolut nicht erinnern“.

Der entscheidende Mann: Der verstorbene Robert Louis-Dreyfus

Damit schloss er am Samstagmittag nicht aus, wenigstens von einer Zahlungsabsicht an RLD Kenntnis gehabt zu haben. Dabei hatte er am Freitagvormittag in der ersten Pressemitteilung des DFB erklärt, dass die vom DFB eingeräumte Überweisung von 6,7 Millionen Euro an die Fifa „in keinem Zusammenhang mit der bereits rund fünf Jahre zuvor erfolgten Vergabe stand“. Wie konnte er sich so sicher sein, wenn er tags darauf die Involvierung in eine dubiose Zahlung an Dreyfus nicht kategorisch ausschließen mochte? Offenbar hat Niersbach bei der vorgeblichen Untersuchung des Falles seit dem Sommer nicht das Dokument gefunden, das der „Spiegel“ anführt. Er bittet um Akteneinsicht.

Die 6,7 Millionen Euro will das OK der Fifa für ein Kulturprogramm während der WM angewiesen haben. Nun spricht der DFB von einer möglichen Zweckentfremdung. Durch die Fifa. Und prüft, ob er Regress fordern kann. Das Kulturprogramm fand nicht statt. Dass die Millionen nicht zurückgezahlt wurden, ist erst jetzt, zehn Jahre später, durchgesickert. Weil auf eine Dokumentation der Zahlung in den Büchern verzichtet wurde? Der Name Dreyfus wird in den Erklärungen von Niersbach nicht einmal angesprochen, dessen Rolle aber auch nicht dementiert. Der DFB will sich erst wieder melden, wenn sich „neue Sachverhalte und Informationen ergeben“.

Quelle: F.A.Z.
Titel: Re: WM 2006 gekauft
Beitrag von: Letterman am 19. Oktober 2015, 17:47:30
Theo Zwanziger erhöht den Druck auf DFB-Präsident Wolfgang Niersbach

Zwanziger setzt Niersbach unter Druck

In der Korruptionsaffäre um die WM-Vergabe 2006 geht Theo Zwanziger zum Angriff über. Der ehemalige DFB-Präsident attackiert seinen Nachfolger Wolfgang Niersbach.

Ex-Verbandschef Theo Zwanziger hat  DFB-Präsident Wolfgang Niersbach wegen der Korruptionsvorwürfe um die WM-Vergabe 2006 an Deutschland unter Druck gesetzt.

Die Bild zitierte am Montag aus einer Mitteilung von Zwanzigers Anwalt Hans-Jörg Metz, nach der Niersbach schon länger von Problemen mit der 2005 an den Weltverband getätigten und angeblich bei der FIFA zweckentfremdeten Überweisung von 6,7 Millionen Euro gewusst habe.

"Seit drei Jahren bittet Dr. Zwanziger den DFB-Präsidenten Niersbach, seiner Pflicht zur Aufklärung nachzukommen, denn der großartige Verlauf der WM 2006 hat es nicht verdient, mit Spekulationen beschädigt zu werden", hieß in der von Bild veröffentlichten Passage.

Das Nachrichtenmagazin Der Spiegel hatte in seinem Bericht über den Korruptionsverdacht gegen die Macher des WM-Turniers 2006 auch schon über ein Treffen der WM-Organisatoren im Jahr 2013 mutmaßlich wegen der Überweisung an die FIFA berichtet.

Niersbach hatte am vergangenen Freitag über eine Verbandsmitteilung erklärt, erst im vergangenen Sommer von der Zahlung und deren ungeklärter Verwendung erfahren und umgehend eine Untersuchung eingeleitet zu haben.

Zwanziger, der am Wochenende als möglicher Informant für die Verdächtigungen ins Gespräch gebracht worden ist, ließ außerdem für die kommenden Tage nach Ende seines Urlaubs persönliche Äußerungen mit einer zusammenfassenden Darstellung "aller ihm vorliegenden Erkenntnisse" und eine dementsprechende eidesstattliche Versicherung ankündigen.

Darüber hinaus stellte Metz für den ehemaligen DFB-Chef fest, dass Zwanziger "in dem Interview mit dem Spiegel (...) auf die Frage nach 'schwarzen Kassen' eine klare Antwort" gegeben hätte, jedoch "diese Passage nicht als Teil des Interviews verbreitet wurde". Der Spiegel sei inzwischen gebeten worden, die Veröffentlichung dieser Passage nachzuholen.

sport 1
Titel: Re: WM 2006 gekauft
Beitrag von: Reggaeboy am 19. Oktober 2015, 20:43:32
Darüber hinaus stellte Metz für den ehemaligen DFB-Chef fest, dass Zwanziger "in dem Interview mit dem Spiegel (...) auf die Frage nach 'schwarzen Kassen' eine klare Antwort" gegeben hätte, jedoch "diese Passage nicht als Teil des Interviews verbreitet wurde". Der Spiegel sei inzwischen gebeten worden, die Veröffentlichung dieser Passage nachzuholen.

sport 1

Platzt nun die WM Bombe so richtig oder relativiert das fehlende Zitat alles bisherige? Wir müssen wohl auf die kommende Ausgabe des Spiegel warten. Jedenfalls scheint der Theo der Strippenzieher der ganzen Geschichte zu sein und dem Niersbach fertig machen zu wollen.
Titel: Re: WM 2006 gekauft
Beitrag von: Feuerwasser am 19. Oktober 2015, 20:50:04
Wieso sagt der DFB nicht einfach, wofür die 6,7 Mio an die FIFA überwiesen wurden?
Bei ordentlicher Buchhaltung hat man den Beleg nach 10 Minuten herausgekramt.

Aber da steckt wohl offenbar doch etwas dahinter, was man nicht so gerne an die Öffentlichkeit bringen will
Titel: Re: WM 2006 gekauft
Beitrag von: Letterman am 21. Oktober 2015, 09:19:55
Beckenbauer droht neue Sperre
Die Ethikkommission enthüllt in Kürze weitere Informationen zum FIFA-Skandal und macht dabei vor Namen wohl keinen Halt. Betroffen sein könnte auch Franz Beckenbauer.

Im FIFA-Skandal droht das nächste Beben: Die Ethikkommission des Weltverbandes wird am Mittwoch Informationen zu den aktuell "anhängigen Verfahren" bekannt geben und dabei möglicherweise auch Namen nennen.

Davon betroffen sein wird neben den suspendierten FIFA- und UEFA-Präsidenten Sepp Blatter und Michel Platini wahrscheinlich auch Franz Beckenbauer.

Beckenbauers Fall steht aber nicht im Zusammenhang mit den Vorwürfen zur Vergabe der WM 2006, sondern es geht um Vorgänge aus dem Jahr 2014.

Beckenbauer war als damaliges Exko-Mitglied an den Vergaben der Weltmeisterschaften an Russland 2018 und Katar 2022 beteiligt. Beide WM-Vergaben stehen unter Manipulationsverdacht.

Beckenbauer hatte auf eine erste Befragung nicht geantwortet, da er den englischen Fragebogen nach eigenen Angaben nicht verstanden habe.

Er war daraufhin im Juni 2014 für 90 Tage für alle Tätigkeiten im Fußball gesperrt worden und durfte deshalb auch nicht zur WM nach Brasilien reisen.

Nach Beckenbauers verspäteten Antworten Ende Juni 2014 war die Sperre ausgesetzt worden. Die Ermittlungen liefen aber weiter, sollen nun abgeschlossen sein. Eine neue Sperre ist möglich.

Generell wird die Kommission am Nachmittag Auskunft erteilen, "sobald die betroffenen Parteien benachrichtigt worden sind", hieß es am Dienstag in einer Pressemitteilung.

Die zuvor getroffene Entscheidung des FIFA-Exekutivkomitees, künftig für mehr Transparenz bei der Arbeit der Ethikkommission zu sorgen, stieß auf Zustimmung.

"Künftig wird es möglich sein, die Eröffnung eines Verfahrens gegen führende Repräsentanten des Weltfußballs auf Anfrage zu bestätigen", teilte die Ethikkommission mit.

Mit Blick auf mehr Transparenz hatte das Exekutivkomitee bei seiner Dringlichkeitssitzung am Dienstag entschieden, dass der entsprechende Artikel (36) des Ethikcodes "abgeändert" wird.

Damit folgte das Exko einem Antrag der Vorsitzenden Hans-Joachim Eckert (München/rechtsprechende Kammer) und Cornel Borbely (Schweiz/ermittelnde Kammer).

Sie hatten gefordert, künftig zumindest auf Anfrage Auskünfte zu laufenden Ermittlungen und Beschuldigten zu geben sowie Urteile noch vor Erlangung der Rechtskraft begründen zu können.

Außerdem sollen beide in Fällen von aufkommenden Falschinformationen in der Öffentlichkeit Richtigstellungen vornehmen dürfen.
sport 1
Titel: Re: WM 2006 gekauft
Beitrag von: Tara am 21. Oktober 2015, 12:50:53
http://www.youtube.com/watch?v=wT0FBL7DVE8
Titel: Re: WM 2006 gekauft
Beitrag von: Reggaeboy am 23. Oktober 2015, 14:47:44
Jetzt wirds spannend, der Theo legt im neuen Spiegel nach:

23.10.2015

Zwanziger im neuen SPIEGEL zur WM-Bewerbung 2006

"Es ist eindeutig, dass es eine schwarze Kasse gab".

Theo Zwanziger, Wolfgang Niersbach: "So wie ich das sehe, lügt Niersbach"

Der ehemalige DFB-Präsident Theo Zwanziger bestätigt im SPIEGEL die Existenz einer schwarzen Kasse rund um die deutsche Bewerbung für die WM 2006. Schwere Vorwürfe erhebt Zwanziger gegen seinen Nachfolger Wolfgang Niersbach.

Der ehemalige DFB-Präsident Theo Zwanziger hat seinen Nachfolger Wolfgang Niersbach scharf attackiert. "Es ist eindeutig, dass es eine schwarze Kasse in der deutschen WM-Bewerbung gab", so Zwanziger im SPIEGEL. Und "es ist ebenso klar, dass der heutige DFB-Präsident davon nicht erst seit ein paar Wochen weiß, wie er behauptet, sondern schon seit mindestens 2005. So wie ich das sehe, lügt Niersbach."

Zwanziger hat durch seinen Anwalt in einem Gutachten überprüfen lassen, ob er sich als ehemaliger DFB-Chef strafbar gemacht haben könnte, als er 2005 eine 6,7-Millionen- Euro-Zahlung freizeichnete, die an Robert Louis-Dreyfus floss. Das Dossier beleuchtet auch die Rolle Franz Beckenbauers in der Affäre um die Louis-Dreyfus-Millionen. In dem Gutachten heißt es, Franz Beckenbauer habe Louis-Dreyfus einen Schuldschein "auf sich persönlich ausgestellt". Das Papier habe Beckenbauer "in seiner Tätigkeit im Rahmen der Bewerbung für die WM 2006" unterzeichnet. Niersbach hatte in einer Pressekonferenz am Donnerstag in Frankfurt behauptet, der Vorgang habe mit der Vergabe der WM 2006 nach Deutschland nichts zu tun gehabt.

Auch zu der Frage, wohin die Louis-Dreyfus-Millionen geflossen sind, präsentiert Zwanziger eine Antwort. Zwanziger hat am vergangenen Dienstag mit Horst R. Schmidt, dem ehemaligen Vizepräsidenten des deutschen WM-Organisationskomitees, ein Telefonat geführt. Er hat von dem Gespräch ein Gedächtnisprotokoll angefertigt. Auf die Frage von Zwanziger, wohin die Louis-Dreyfus-Millionen geflossen seien, teilte Schmidt laut Protokoll den Namen Mohamed Bin Hammam mit. Der Katarer war von 1996 bis 2011 Mitglied des Fifa-Exekutivkomitees. Sowohl Schmidt als auch Bin Hammam ließen eine SPIEGEL-Anfrage unbeantwortet.

Mehr zu diesem Thema ab Samstagmorgen im neuen SPIEGEL - und schon heute ab 18 Uhr im digitalen SPIEGEL.
Titel: Re: WM 2006 gekauft
Beitrag von: Reggaeboy am 26. Oktober 2015, 18:59:47
Und endlich der Kaiser. Alles capiche jetzt ... häää, das solls jetzt gewesen sein?

Beckenbauer bricht sein Schweigen:
 "Keine Stimmen gekauft"

Publiziert am 26/10/2015 um 18:45

Franz Beckenbauer hat sich in der WM-Affäre vor der externen Untersuchungskommission des DFB erklärt und eine Manipulation bei der Vergabe der WM 2006 bestritten. "Es wurden keine Stimmen gekauft, um den Zuschlag für die Fußballweltmeisterschaft 2006 zu bekommen", teilte der 70-Jährige in einer Stellungnahme mit. Gleichzeitig räumte Beckenbauer ein Fehlverhalten des Organisationskommitees ein.

"Um einen Finanzierungszuschuss der FIFA zu erhalten, wurde auf einen Vorschlag seitens der FIFA-Finanzkommission eingegangen, den die Beteiligten aus heutiger Sicht hätten zurückweisen sollen. Für diesen Fehler trage ich als Präsident des damaligen Organisationskomitees die Verantwortung", so Beckenbauer.

Die Erklärung von OK-Chef Franz Beckenbauer zu den Vorwürfen im Zusammenhang mit der WM 2006 im Wortlaut

"Ich habe mich bereits vergangenen Donnerstag gegenüber der externen Untersuchungskommission des DFB bereit erklärt, Rede und Antwort zu stehen. Heute gab es diese Anhörung in München, bei der ich sämtliche Fragen der Kommission beantwortet habe.

Es ist mir wichtig, folgendes klarzustellen:

1. Es wurden keine Stimmen gekauft, um den Zuschlag für die Fußballweltmeisterschaft 2006 zu bekommen.

2. Um einen Finanzierungszuschuss der FIFA zu erhalten, wurde auf einen Vorschlag seitens der FIFA-Finanzkommission eingegangen, den die Beteiligten aus heutiger Sicht hätten zurückweisen sollen. Für diesen Fehler trage ich als Präsident des damaligen Organisationskomitees die Verantwortung.

Um die weiteren Befragungen nicht zu beeinträchtigen, werde ich mich anders als andere Beteiligte, deren Verhalten ich teilweise als unsäglich empfinde, derzeit nicht weiter äußern. Damit entspreche ich auch einer Bitte der externen Untersuchungskommission."

Franz Beckenbauer

EUROSPORT
Titel: Re: WM 2006 gekauft
Beitrag von: Reggaeboy am 02. November 2015, 09:15:47
1. November 2015, 18:21 Uhr

Affäre um WM 2006 - Wenn 250 000 Dollar vom Himmel fallen

* In der Affäre um die WM 2006 meldet sich nun ein Mann aus Malta mit Vorwürfen zu Wort.
* Franz Beckenbauer soll für den FC Bayern ein Freundschaftsspiel auf der Insel organisiert haben. Im Gegenzug soll Maltas Stimme bei der WM-Vergabe an Deutschland gegangen sein.

Von Thomas Kistner

Nun wird es auch in jenem Kernbereich der Sommermärchen-Affäre wieder heikel, der vorübergehend als befriedet erschien: in der Frage, ob Deutschlands Bewerber vor der Vergabe der WM 2006 Stimmen von Fifa-Wahlleuten gekauft haben. Norman Darmanin Demajo, Chef des Fußballverbandes von Malta (MFA), tat am Sonntag eine Verdachtslage kund, die er zwar nicht das erste Mal präsentiert - aber jetzt hat sie eine andere Sprengkraft.

Demajo versucht seit eineinhalb Jahrzehnten, Aufklärung über die Vorgänge rund um ein Freundschaftsspiel des FC Bayern gegen die Nationalelf seiner Insel zu erhalten, das kurz vor der WM- Vergabe an Deutschland im Sommer 2000 vereinbart worden war. Erst "vier Monate, nachdem der FC Bayern den Vertrag unterzeichnet hat, wurde ich informiert, dass 250 000 Dollar vom Himmel in unsere Verbandskasse gefallen sind", sagte Demajo der englischen Mail on Sunday. Als MFA-Schatzmeister habe er damals den Grund für den Geldsegen eruiert und entdeckt, dass Maltas damaliger Verbandschef Josef Mifsud einen "Vertrag auf eigene Faust und ohne Kenntnis anderer unterzeichnet hat, was er laut Statuten gar nicht durfte".

Mifsud hatte als Fifa-Vorstand bei der WM-Kür am 6. Juli 2000 für Deutschland gestimmt. Die deutschen Bewerber um Kampagnenchef Beckenbauer haben stets bestritten, dass es hierbei Stimmenkäufe gegeben habe. Was es jedoch gab, waren wirtschaftlich bizarre TV-Verträge für Freundschaftsspiele des FC Bayern in Ländern wie Malta, Thailand, Trinidad&Tobago und Tunesien. Traumverträge - aber nicht etwa für die begehrten Bayern, sondern für die Gegner.

.... Weiter: http://www.sueddeutsche.de/sport/dfb-affaere-geldregen-von-ganz-oben-1.2717975

Titel: Re: WM 2006 gekauft
Beitrag von: Letterman am 02. November 2015, 18:16:02
WM-Affäre beschäftigt Kanzleramt


Auch das Kanzleramt will die Aktenlage rund um die Vergabe der WM 2006 prüfen. Regierungssprecher Steffen Seibert fordert DFB und FIFA zur Aufklärung der Vorwürfe auf.

Die Affäre um ungeklärte Millionen-Zahlungen im Zusammenhang mit der Fußball-WM 2006 in Deutschland beschäftigt höchste Stellen im Land.

"Das Kanzleramt prüft derzeit die Aktenlage zur WM-Vergabe 2006", teilte ein Regierungssprecher am Montag mit. Eine Bewertung der Situation gab die Regierung nicht ab.

In die Bemühungen um den Zuschlag für das WM-Turnier 2006 war die Bundesregierung vor der Wahl im Jahr 2000 stark involviert. Der damalige Bundeskanzler Gerhard Schröder engagierte sich mehrfach persönlich für das Projekt und reiste mit dem Bewerbungskomitee im Juli 2000 auch zur Abschlusspräsentation nach Zürich.

...

Mehr: http://www.sport1.de/internationaler-fussball/2015/11/kanzleramt-prueft-aktenlage-zur-vergabe-der-wm-2006
Titel: Re: WM 2006 gekauft
Beitrag von: Tara am 03. November 2015, 09:29:53
Laut Sky gab es heute morgen eine Durchsuchung der Staatsanwaltschaft und der Steuerfahnung auf der Otto Fleck Schneiße beim DFB sowie zu Hause bei Niersbach und Zwanziger wegen Steuerhinterziehung.
Titel: Re: WM 2006 gekauft
Beitrag von: Reggaeboy am 03. November 2015, 10:15:19
Weitere Infos dazu:

Ermittlungen zur Fußball-WM 2006: Steuerfahnder durchsuchen DFB-Zentrale

DFB-Zentrale in Frankfurt am Main: Hausdurchsuchung am Morgen


Seit dem Morgen durchsuchen Steuerfahnder die Zentrale des Deutschen Fußball-Bundes in Frankfurt. Hintergrund ist die 6,7-Millionen-Euro-Zahlung im Vorfeld der Fußball-WM 2006. Auch die Privathäuser von Präsident Wolfgang Niersbach und Vorgänger Theo Zwanziger sind Ziel der Ermittler.

In der Zentrale des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) in Frankfurt am Main sind seit dem Morgen Steuerfahnder. Sie durchsuchen die Räume des größten Fußballverbands der Welt. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main hat Ermittlungen wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung in einem besonders schweren Fall aufgenommen. Das teilte die Behörde am Dienstag mit. Es geht um die Vergabe der Fußball-WM 2006.

Hintergrund ist die 6,7-Millionen-Euro-Zahlung im Vorfeld der Fußballweltmeisterschaft 2006. Der SPIEGEL hatte vor zwei Wochen über eine schwarze Kasse im Bewerbungskomitee berichtet, die der damalige Adidas-Chef Robert Louis-Dreyfus heimlich mit 10,3 Millionen Schweizer Franken gefüllt hatte - damals 13 Millionen D-Mark. Gut eineinhalb Jahre vor der WM forderte Louis-Dreyfus die Summe demnach zurück, nunmehr 6,7 Millionen in Euro.

Die Ermittlungen richten sich laut Staatsanwaltschaft gegen den DFB-Präsidenten Wolfgang Niersbach und dessen Vorgänger Theo Zwanziger. "Auf Antrag der Staatsanwaltschaft hat der Ermittlungsrichter beim Amtsgericht Frankfurt am Main Durchsuchungsbeschlüsse für die Geschäftsräume des DFB sowie die Wohnungen der Beschuldigten erlassen", teilte die Staatsanwaltschaft mit.

Insgesamt seien bei den Durchsuchungen am Dienstagmorgen 50 Beamte der Frankfurter Steuerfahndung sowie der Schwerpunktstaatsanwaltschaft für Wirtschaftsstrafsachen in Frankfurt am Main beteiligte gewesen. Zuerst hatte die "Bild"-Zeitung über den Vorfall berichtet.

SPIEGEL

http://www.spiegel.de/sport/fussball/deutscher-fussball-bund-hausdurchsuchung-beim-dfb-a-1060812.html


Titel: Re: WM 2006 gekauft
Beitrag von: Reggaeboy am 03. November 2015, 10:28:24
Noch ein Zusatz: Auch der ehemalige Generalsekretär und Schatzmeister Horst R. Schmidt gehört laut dem Kicker zu den nun offiziell "Beschuldigten". Warum aber der Präsident des damaligen Organisationskomitees, Franz Beckenbauer, hier nicht auftaucht, ist seltsam. Denn damit werden nur 3 von 4 damals Verantwortlichen des WM-OK von der Staatsanwaltschaft beschuldigt.

Titel: Re: WM 2006 gekauft
Beitrag von: Rattenfänger am 03. November 2015, 14:42:20
Sie suchen und suchen und finden am Ende doch nur n Zwanziger...
Titel: Re: WM 2006 gekauft
Beitrag von: badman am 03. November 2015, 16:43:41
Noch ein Zusatz: Auch der ehemalige Generalsekretär und Schatzmeister Horst R. Schmidt gehört laut dem Kicker zu den nun offiziell "Beschuldigten". Warum aber der Präsident des damaligen Organisationskomitees, Franz Beckenbauer, hier nicht auftaucht, ist seltsam. Denn damit werden nur 3 von 4 damals Verantwortlichen des WM-OK von der Staatsanwaltschaft beschuldigt.
Vielleicht weil er im Ausland lebt?
Titel: Re: WM 2006 gekauft
Beitrag von: Statistiker am 03. November 2015, 17:12:17
Richtig:

Zitat
Nicht von den Ermittlungen betroffen sind dagegen die Wohnungen des damaligen Organisationskomitee-Chefs der WM, Franz Beckenbauer, und seines damaligen Stellvertreters, Fedor Radman. Beide haben ihren Hauptwohnsitz nicht in Deutschland, sondern in Österreich, beziehungsweise der Schweiz.

Quelle: http://www.spiegel.de/sport/fussball/deutscher-fussball-bund-das-muessen-sie-zur-razzia-wissen-a-1060861.html
Titel: Re: WM 2006 gekauft
Beitrag von: Letterman am 03. November 2015, 18:18:32
 [darDFB-Razzia: Zwanziger stellt Anzeige - und geht auf Beckenbauer los

Zwanziger dreht den Spieß um

Frankfurt am Main - Weil Medienvertreter angeblich schon vor der Steuer-Razzia über diese Bescheid wussten, will Ex-DFB-Präsident Theo Zwanziger Anzeige gegen Unbekannt stellen.

Der ehemalige DFB-Präsident Theo Zwanziger will im Zuge der Ermittlungen der Steuerfahndung Strafanzeige gegen Unbekannt stellen. Dies bestätige Zwanzigers Anwalt Hans-Jörg Metz im Anschluss an ein Hintergrundgespräch zwischen Medien und Zwanziger am Dienstagmittag im Hotel Wilhelm von Nassau in Diez.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Zwanziger, DFB-Präsident Wolfgang Niersbach und den ehemaligen Generalsekretär Horst R. Schmidt wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung in einem besonders schweren Fall im Zuge der nicht geklärten Zahlung von 6,7 Millionen Euro im Jahr 2005. Die drei gelten als Beschuldigte.

Hintergrund der Anzeige ist die Tatsache, dass Medienvertreter im Voraus von der Aktion der Steuerfahnder Bescheid wussten und am Dienstagmorgen beim Eintreffen der Beamten bereits das Privathaus von Zwanziger in Altendiez belagerten. Zwanzigers Vorgehen richtet sich ausdrücklich nicht gegen die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft.

Neben dem Anwesen Zwanzigers untersuchten die Ermittler auch die Häuser von Niersbach und von Schmidt sowie die DFB-Zentrale in Frankfurt/Main.

Sollte sich der Verdacht erhärten - und es zum Urteil kommen - drohen den Beschuldigten im schlimmsten Fall Haftstrafen.

Die Ermittlungen der Behörden begrüßte Zwanziger ausdrücklich - obwohl er selbst als Beschuldigter gilt: "Ich bin froh, dass es so gekommen ist. Ich habe gar keine Sorgen in diesem Zusammenhang. Ich weiß, dass ich die Wahrheit sage, dass ich nichts zu befürchten habe", sagte er.

Er habe "schon früher damit gerechnet", sagte Zwanziger außerdem.

DFB soll Ansprüche gegen Beckenbauer prüfen, fordert Zwanziger
Unterdessen hat Zwanziger den DFB aufgefordert, etwaige finanzielle Ansprüchen gegen WM-Chef Franz Beckenbauer zu überpfüfen. Einen entsprechenden Brief vom Montag bestätigte Zwanziger während des Hintergrundgesprächs mit Reportern des Sportinformationsdiensts SID.

Der frühere DFB-Chef zieht Beckenbauer für den Nutznießer der ungeklärten Millionen-Zahlung der WM-Organisatoren an den Weltverband FIFA in Betracht, da die Überweisung einen anderen
Zweck als angegeben gehabt habe. Mit der Summe sollte nach Darstellung des DFB ein Darlehen des ehemaligen adidas-Chefs Robert Louis-Dreyfus ausgeglichen werden, das der Franzose angeblich 2002 dem deutschen WM-OK gegen einen Schuldschein Beckenbauers gewährt haben soll. Mutmaßlich hat Dreyfus das Geld seinerzeit an die FIFA geschickt.

Die Rückzahlung im Jahr 2005 hat der DFB laut der Staatsanwaltschaft im Jahr 2007 als Betriebsausgabe geltend gemacht. Daraus zieht die Staatsanwaltschaft den Vorwurf der Steuerhinterziehung.

Zwanziger riet DFB zur Einschaltung der Finanzbehörden
Zwanziger monierte in seinem Brief außerdem die internen Untersuchungen beim DFB. "Es bestehen erhebliche Zweifel, ob die vom DFB veranlassten Aufklärungsmaßnahmen objektiv und unabhängig sein können", hieß es in dem Schreiben. In diesem Zusammenhang verwies Zwanziger explizit darauf, dass DFB-Präsident Wolfgang Niersbach weiterhin im Amt sei, obwohl er Beckenbauer sehr nahe stehe und als enger Wegbegleiter der WM-Bewerbung persönlich betroffen sei. Außerdem wies Zwanziger auf persönliche Kontakte zwischen Mitarbeitern des DFB und der mit der Prüfung beauftragten Kanzlei Freshfields Bruckhaus Deringer hin.

Das Eingreifen der Justiz sei ohnehin sein Wunsch gewesen, bekräftigte Zwanziger am Dienstag: "So ist es besser als durch irgendwelche Untersuchungskommissionen und Leute, die abhängig sind."

Deswegen hatte Zwanziger dem Verband bereits zu Wochenbeginn, einen Tag vor der Razzia in der DFB-Zentrale und bei Beteiligten der Vorgänge, zur Einschaltung der zuständigen Finanzbehörden geraten. Zudem empfahl der 70-Jährige dem Verband, gegebenenfalls steuerrechtlich relevante Angaben im Zusammenhang mit der WM 2006 in Deutschland zu korrigieren.

sport 1unter]
Titel: Re: WM 2006 gekauft
Beitrag von: Alter Leipziger am 03. November 2015, 20:52:55
DFB distanziert sich schon mal, indem betont wird, dass sich die Ermittlungen nicht gegen die Institution sondern gegen einzelne Herren richten

Zitat
DFB kooperiert vollumfänglich mit Staatsanwaltschaft

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) unterstützt vollumfänglich die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Frankfurt wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung in einem besonders schweren Fall in Zusammenhang mit der Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 und dem Transfer von 6,7 Millionen Euro vom WM-Organisationskomitee an die FIFA.

Dienstag früh hatten Beamte der Staatsanwaltschaft und der Steuerfahndung unter anderem die Verbandszentrale in Frankfurt am Main aufgesucht und Unterlagen sichergestellt. Der DFB sagte den Ermittlern bei der Klärung der im Raum stehenden Vorwürfe vollständige Kooperation zu. Die Staatsanwaltschaft teilte dem DFB im Rahmen der Durchsuchungen mit, dass sich die Ermittlungen auf den Verdacht einer Steuerstraftat beschränken. Der DFB selbst ist nicht Beschuldigter des Verfahrens.

www.dfb.de
Titel: Re: WM 2006 gekauft
Beitrag von: maverick am 04. November 2015, 10:25:03
Gegen die einzelnen Herren, die verantwortlich für die Machenschaften dieses Scheiss Vereins waren bzw. sind...


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Titel: Re: WM 2006 gekauft
Beitrag von: Tara am 04. November 2015, 11:46:27
Noch ein Zusatz: Auch der ehemalige Generalsekretär und Schatzmeister Horst R. Schmidt gehört laut dem Kicker zu den nun offiziell "Beschuldigten". Warum aber der Präsident des damaligen Organisationskomitees, Franz Beckenbauer, hier nicht auftaucht, ist seltsam. Denn damit werden nur 3 von 4 damals Verantwortlichen des WM-OK von der Staatsanwaltschaft beschuldigt.



Der Franz hat doch damals mit Sicherheit sowieso nicht mehr als seinen Namen gegeben.
Titel: Re: WM 2006 gekauft
Beitrag von: badman am 04. November 2015, 12:26:20
War da nicht auch was mit Bayern Malta..... zur Zeit sind wir Deutschen echt krass korrupt.
Titel: Re: WM 2006 gekauft
Beitrag von: Letterman am 04. November 2015, 23:03:35
Medien: Wolfgang Niersbach unterschrieb WM-Steuererklärung

Niersbach signierte Steuererklärung

Unmittelbar nach seiner Ernennung zum Generalsekretär soll der heutige DFB-Präsident Wolfgang Niersbach die pikante Steuererklärung unterschrieben haben - obwohl das sein Vorgänger schon rund zwei Jahre zuvor hätte tun können.

Nächste Episode in der Affäre um die WM-Vergabe 2006:

Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, hat Wolfgang Niersbach in seiner Funktion als damaliger DFB-Generalsekretär die betreffende Steuererklärung unterschrieben, weshalb nun gegen den aktuellen DFB-Präsidenten wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung ermittelt wird.

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hatte eine 6,7-Millionen-Euro-Überweisung seines WM-Organisationskomitees an die FIFA aus dem Jahr 2005 in seiner Steuererklärung für 2006 geltend gemacht, obwohl das Geld als Betriebsausgabe für das Kulturprogramm der Eröffnungsfeier gekennzeichnet worden war, das es nie gab.

Niersbach soll das Dokument dann allerdings erst im Herbst 2007 unterschrieben haben, nur wenige Tage nach seiner Ernennung zum Generalsekretär (26. Oktober 2007).

Pikant überdies: Dem Bericht zufolge hatte Niersbachs Vorgänger als Generalsekretär, Horst R. Schmidt, zusammen mit dem damaligen DFB-Präsidenten Theo Zwanziger die Zahlung bereits im Jahr 2005 genehmigt. Dass die Steuererklärung dann erst mit rund zweijähriger Verspätung abgegeben wurde, sorgte in DFB-Kreisen laut SZ seinerzeit für "Verwunderung".

Unbeantwortet im Raum steht damit die Frage, warum Schmidt das Dokument nicht selbst unterschrieb, sondern diese Aufgabe seinem Nachfolger Niersbach überließ.

sport 1
Titel: Re: WM 2006 gekauft
Beitrag von: Statistiker am 05. November 2015, 17:04:47
Heute Abend spricht der "Kaiser":

http://www.spiegel.de/kultur/tv/olli-dittrich-als-franz-beckenbauer-zur-dfb-affaere-in-der-ard-a-1061257.html
Titel: Re: WM 2006 gekauft
Beitrag von: Reggaeboy am 06. November 2015, 11:27:04
Hier mal eine Auswahl von Pressestimmen zu den Razzien der Steuerfahnder:

"Es gelten keine eigenen Gesetze für Fußball-Funktionäre"

Für Faz.net meint Anno Hecker: „Wolfgang Niersbach mag nicht der große Betrüger sein. Aber als Führungsfigur des DFB ist er schon seit Wochen nicht mehr zu halten. Der Schaden wächst mit jedem Tag. Für den Fußball, aber auch für Niersbach.“

In der Welt schreibt Christian Witt: „Die Razzien wirken jetzt wie ein Schlusspunkt unter die gewachsene Selbstherrlichkeit des Vorzeigeverbandes DFB, der offensichtlich bis zuletzt glaubte, sich außerhalb der Gesetze bewegen, nach eigenen Regeln spielen zu können. Vielleicht auch geblendet von der gesellschaftlichen Kraft des Fußballs, von den zunehmenden Anbiederungsversuchen der Politiker, von dem Vier-Sterne-Gefühl, unantastbar zu sein.“

Für Rücktrittsforderungen sei die Zeit noch nicht reif, meint die Deutsche Welle. Aber „es wird eng für Niersbach“, schreibt Sportredakteur Stefan Nestle: „Selbstverständlich gilt für alle Beteiligten so lange die Unschuldsvermutung, bis ihre Schuld bewiesen ist. Deshalb sind Forderungen nach einem sofortigen Rücktritt Niersbachs auch verfrüht. Doch der Stuhl des DFB-Präsidenten wackelt immer mehr. Niersbach ist schließlich der einzige der WM-Macher von 2006, der noch in Amt und Würden ist. Sein Krisenmanagement wird selbst in eigenen Reihen kritisiert. Niersbachs Auftritt vor knapp zwei Wochen, als er versuchte, die Zahlung der ominösen Summe von 6,7 Millionen Euro zu erklären, vermittelte das Bild eines Kapitäns, der sein Schiff nicht mehr unter Kontrolle hat.“

In der Bild-Zeitung beschäftigen sich Matthias Brügelmann und natürlich Franz-Josef Wagner mit den Razzien. Brügelmann: „Nach der Fifa lernt jetzt der DFB auf schmerzhafte Art und Weise, dass für Fußball-Funktionäre keine eigenen Gesetze gelten.“

FJW schreibt an Wolfgang Niersbach: „Vor einem Jahr reckten Sie glücklich den WM-Pokal in den Himmel von Rio. Gestern durchsuchten Steuerfahnder Ihre Wohnung. Ein Albtraum. Steuerfahnder sind keine Partygäste. Steuerfahnder öffnen bei richterlichem Beschluss jede Schublade. (…) Ich finde es toll, dass Steuerfahnder nicht vor dem Wort Präsident zurückschrecken. (…) Wissen Sie, wie ich mich fühle? Wie auf der Beerdigung unseres WM-Pokals. Steuerfahndung, Hausdurchsuchung. Es ist zum Weinen. Es ist, wie wenn jemand stirbt.“

In der Süddeutschen schreibt Heribert Prantl: „Es sind nicht die Staatsanwälte, die den DFB kaputt machen wollen. Das erledigen Niersbach, Zwanziger und Co. schon selbst. (…) Nun ist Selbstherrlichkeit als solche, auch wenn sie atemberaubend ist, nicht strafbar. Aber wenn diese Selbstüberhebung dazu führt, dass Korruption für notwendig, nützlich und alltäglich gehalten wird – dann ist die Staatsanwaltschaft gefordert.“

MEEDIA.DE
Titel: Re: WM 2006 gekauft
Beitrag von: Tara am 06. November 2015, 12:09:54
War da nicht auch was mit Bayern Malta..... zur Zeit sind wir Deutschen echt krass korrupt.

Ich denke wir sind aktuell die Einzigen die dagegen vorgehen. Und das auch nur aus Pressegeilheit.
Titel: Re: WM 2006 gekauft
Beitrag von: Alter Leipziger am 06. November 2015, 15:27:18
Pikant überdies: Dem Bericht zufolge hatte Niersbachs Vorgänger als Generalsekretär, Horst R. Schmidt, zusammen mit dem damaligen DFB-Präsidenten Theo Zwanziger die Zahlung bereits im Jahr 2005 genehmigt. Dass die Steuererklärung dann erst mit rund zweijähriger Verspätung abgegeben wurde, sorgte in DFB-Kreisen laut SZ seinerzeit für "Verwunderung".

Unbeantwortet im Raum steht damit die Frage, warum Schmidt das Dokument nicht selbst unterschrieb, sondern diese Aufgabe seinem Nachfolger Niersbach überließ.

sport 1

Ebendieser Horst R. Schmidt wurde in der Presse schon als heißer Nachfolgekandidat für Niersbach gehandelt.....  [blin]
Titel: Re: WM 2006 gekauft
Beitrag von: Reggaeboy am 07. November 2015, 12:33:17
Bild: Oberstaatsanwältin wegen WM-Affäre bedroht

Publiziert am 06/11/2015 um 23:04

Im Zuge der Affäre um die Vergabe der WM 2006 ist die ermittelnde Oberstaatsanwältin bedroht worden und hat die Kriminalpolizei eingeschaltet. Wie "Bild" berichtet, erhielt Nadja Niesen eine E-Mail, in welcher der unbekannte Absender vor Konsequenzen warnt, "wenn Sie den DFB vor Gericht stellen". Neben der Aufforderung zur Einstellung der Ermittlungen sollen auch 30.000 Euro gefordert worden sein.

"Wir bekommen oft Wutmails, wenn wir gegen Persönlichkeiten ermitteln", sagte Niesen: "Aber diese E-Mail hat einen anderen Charakter, ich habe die Kripo eingeschaltet. Rechtlich gesehen geht es hier um räuberische Erpressung. Das heißt, um ein Verbrechen mit einer Strafandrohung von mindestens einem Jahr Freiheitsstrafe."

Titel: Re: WM 2006 gekauft
Beitrag von: jediefe am 09. November 2015, 17:26:20
Niersbach hat sich soeben verabschiedet.
Titel: Re: WM 2006 gekauft
Beitrag von: Reggaeboy am 09. November 2015, 17:35:49
Niersbach hat sich soeben verabschiedet.

Endlich, lang genug hat's gedauert mit der Einsicht von W.N.
Titel: Re: WM 2006 gekauft
Beitrag von: Louis98 am 09. November 2015, 19:47:04
Einsicht???
Titel: Re: WM 2006 gekauft
Beitrag von: Reggaeboy am 09. November 2015, 21:01:05
Logo, na die Einsicht zum Rücktritt
Titel: Re: WM 2006 gekauft
Beitrag von: badman am 10. November 2015, 11:05:33
Man müsste mal wissen wann die letzte nicht gekaufte war. Vorallem hieß es im Tv, dass 6 Mio billig wären für eine WM, und wohl noch mehr rauskommt, irgendeiner hat in Asien Mercedes Rechte bekommen und Politiker müssen da auch mit gemacht haben.
Titel: Re: WM 2006 gekauft
Beitrag von: Reggaeboy am 10. November 2015, 11:15:23
Jetzt ist wohl auch Beckenbauer dran. Seine Unterschrift soll auf dem Bestechungsdokument an Jack Warner im Juli 2000, kurz vor der WM-Vergabe, drauf sein.

http://www.focus.de/sport/fussball/wm-vergabe-2006-franz-beckenbauer-unterschrieb-das-skandal-dokument_id_5075154.html

http://www.sueddeutsche.de/sport/-spur-zu-beckenbauer-in-wm-affaere-1.2730185

Titel: Re: WM 2006 gekauft
Beitrag von: Reggaeboy am 10. November 2015, 13:46:11
Poschmann wegen der Beckenbauer-Meldung "völlig von den Socken"

(https://pbs.twimg.com/media/CTcawP7W4AAc8o1.jpg:large)

Titel: Re: WM 2006 gekauft
Beitrag von: badman am 10. November 2015, 17:22:36
War da nicht auch was mit Bayern Malta..... zur Zeit sind wir Deutschen echt krass korrupt.

Ich denke wir sind aktuell die Einzigen die dagegen vorgehen. Und das auch nur aus Pressegeilheit.
Kann uns eigentlich ne Strafe drohnen, die anderen Länder werden es wohl nicht eingestehen.
Titel: Re: WM 2006 gekauft
Beitrag von: Alter Leipziger am 11. November 2015, 13:55:00
Kann uns eigentlich ne Strafe drohnen, die anderen Länder werden es wohl nicht eingestehen.

Aberkennung des 3. Platzes?  [schildlol]
Titel: Re: WM 2006 gekauft
Beitrag von: rho am 11. November 2015, 14:54:17
Diese Pfennigfuchser beim DFB. Für so kleines Geld gibt's halt nur das kleine Finale 👀
Titel: Re: WM 2006 gekauft
Beitrag von: badman am 11. November 2015, 15:21:17
Ich würde Deutschland für 4 Jahre sperren, falls die davor nicht gekauft waren....
Titel: Re: WM 2006 gekauft
Beitrag von: Bömmel am 12. November 2015, 17:58:59
Der DFB macht weiter wie bisher:

http://www.kicker.de/news/fussball/wm/startseite/639097/artikel_kommentar_es-waere-ein-skandal-im-skandal.html
Titel: Re: WM 2006 gekauft
Beitrag von: Letterman am 13. November 2015, 14:31:52
Beckenbauer-Dokument: Horst R. Schmidt räumt Kenntnis seit 2000 ein

Schmidt räumt Kenntnis seit 2000 ein

Der frühere DFB-Generalsekretär Horst R. Schmidt hat zugegeben, das hoch brisante "Beckenbauer-Dokument" bereits seit 15 Jahren zu kennen.

"Ich kann bestätigen, das Papier im Jahr 2000 gesehen zu haben", sagte Schmidt der Bild: "Und ich glaube auch, dass ich nicht der einzige war, der es gesehen hat. Allerdings ist der ganze Vorgang 15 Jahre her, da kann ich nicht mehr exakt sagen, wie das Schreiben formuliert war."

Der Vertragsentwurf, datiert auf den 2. Juli 2000 (vier Tage vor der WM-Vergabe), ist im Zuge der Affäre um die WM 2006 in den Archiven des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) aufgetaucht.

Es wurde von Franz Beckenbauer, damals WM-Organisationsboss, für die deutsche und vom früheren FIFA-Vize Jack Warner für die andere Seite unterschrieben.

Die erheblichen Zusagen an Warner legen den versuchten Stimmenkauf vor der WM-Vergabe nahe.

sport 1
Titel: Re: WM 2006 gekauft
Beitrag von: Reggaeboy am 20. November 2015, 10:36:22
So, der Fußball-Kaiser spricht erstmals öffentlich nach den schweren Vorwürfen der letzten Wochen und attackiert die DFB-Spitze Koch/Rauball scharf:

Beckenbauer übt scharfe Kritik an DFB-Spitze: "Ja, wo samma denn?"

*   Beckenbauer äußert sich in der Süddeutschen Zeitung erstmals öffentlich zur WM-Affäre.
*   Er klagt, er habe der DFB-Spitze einen Brief geschrieben - und keine Antwort erhalten.
*   Beckenbauer spricht auch über die umstrittene Vereinbarung mit dem früheren Fifa-Vize Jack Warner.

Von Ralf Wiegand

Vor fast genau vier Wochen, am 16 . Oktober, legte sich ein Schatten auf das deutsche "Sommermärchen" - die Fußball-Weltmeisterschaft 2006. An diesem Tag ging der Deutsche Fußball-Bund mit einer Mitteilung an die Öffentlichkeit, wonach in den Unterlagen des Verbands eine Zahlung von 6,7 Millionen Euro an den Weltverband Fifa aufgetaucht sei, deren Zweck man sich in der Zentrale an der Frankfurter Otto-Fleck-Schneise nicht erklären könne. Am Abend desselben Tages erschien das Hamburger Magazin Spiegel mit einer Titelgeschichte, die Aufklärung versprach: "Das zerstörte Sommermärchen".

Seitdem entwickelte sich die Affäre kontinuierlich zum Skandal, der zum Rücktritt des DFB-Präsidenten Wolfgang Niersbach führte. Und genauso lange, wie der Schatten über diesem Sommermärchen liegt, warteten alle Beteiligten auf die Aussagen der Lichtgestalt des deutschen Fußballs: Franz Beckenbauer, damals Präsident des Bewerbungskomitees und danach auch oberster Organisator der Weltmeisterschaft 2006. Nur er, hieß es im Sportausschuss des Bundestags, in der alten und neuen DFB-Spitze oder bei der Fifa, könne aufklären, was bei der Anbahnung der WM-Vergabe wirklich passiert ist.
Beckenbauers Brief an Koch und Rauball

Nun hat Beckenbauer gesprochen. In einem ausführlichen Interview mit der Süddeutschen Zeitung, das in der Wochenend-Ausgabe erscheint, kritisiert der 70-Jährige die aktuelle Führung des Verbandes scharf für deren Umgang mit ihm. Die Interimspräsidenten Reinhard Rauball und Rainer Koch hatten Beckenbauer am 9. November, dem Tag des Niersbach-Rücktritts, öffentlich aufgefordert, endlich Stellung zu beziehen. "Wir haben die Bitte, dass er sich intensiver einbringt in die Aufklärung der Vorgänge", sagte Koch am Tag des Niersbach-Rücktritts, es sei dafür "höchste Zeit".

Beckenbauer verfasste daraufhin ein persönliches Schreiben an Koch und Rauball, mit der handschriftlichen Anrede "lieber Rainer, lieber Reinhard". Darin bietet er dem Verband seine direkte Mitarbeit an. "Ich bin dem DFB sehr verbunden", schreibt Beckenbauer. "Es versteht sich deshalb von selbst, dass ich meinen Beitrag dazu leiste." Er unterstütze "ausdrücklich die von Euch für den DFB geforderte Aufklärung der Vergangenheit" und bot "ein persönliches Gespräch an, zu dem ich jederzeit kurzfristig nach Frankfurt oder wohin auch immer reisen kann".

Im Interview mit der SZ schildert er die Reaktion der DFB-Verantwortlichen: "Die haben nicht einmal geantwortet, ob sie mit mir reden wollen. Da kam nichts." Stattdessen erklärte die neue DFB-Spitze am Tag des Länderspiels Frankreich - Deutschland in einem Fernseh-Interview, sie hielten es für besser, Beckenbauer würde sich noch einmal gegenüber der Kanzlei Freshfields erklären (was er bereits einmal getan hat). Freshfields ist als externer Ermittler vom Verband mit der Aufklärung des Falls beauftragt. Beckenbauer zur SZ: "Wenn man sich so lange kennt, und dann kommt keine Reaktion und du bekommst alles nur im Fernsehen mitgeteilt: Ja, wo samma denn? Was ist das denn für ein Niveau?" Wann und wie er jetzt dem DFB noch einmal zur Verfügung stehe, "das entscheide ich in aller Ruhe und nach Rücksprache mit meinen Anwälten".

In dem Gespräch mit SZ-Redakteuren nimmt Beckenbauer auch ausführlich Stellung zu der umstrittenen Vereinbarung mit dem früheren Vizepräsidenten des Weltverbands Fifa, Jack Warner, die vom DFB als möglicher Bestechungsversuch gewertet worden ist, und zu den ominösen 6,7 Millionen Euro, deren Zweck sich der Verband nicht erklären kann und deren Entdeckung den WM-Skandal letztlich ausgelöst hat. Auch über zwei Treffen - mit Theo Zwanziger, Hauptankläger in der Affäre, und mit dem inzwischen zurückgetretenen Wolfgang Niersbach - berichtet Beckenbauer.

Der DFB hat für den heutigen Tag eine Präsidiumssitzung anberaumt. Das ganze Interview mit Franz Beckenbauer lesen Sie um 19 Uhr auf SZ.de mit SZ plus, in der digitalen Ausgabe oder in der Wochenendausgabe der Süddeutschen Zeitung.
Titel: Re: WM 2006 gekauft
Beitrag von: Reggaeboy am 20. November 2015, 20:54:55
Fast schon unglaublich, was der alternde Kaiser da brabbelt:

Fußball

Beckenbauer: "Ich habe immer blind unterschrieben"

Publiziert am 20/11/2015 um 17:53

Franz Beckenbauer hat einen Stimmenkauf für die Ausrichtung der WM 2006 erneut vehement bestritten, sich in seiner ersten großen Stellungnahme im Zuge der WM-Affäre aber weitgehend ahnungslos gegeben. Der Vorwurf der Bestechung sei "falsch, wir haben doch gar kein Geld gehabt", sagte der 70-Jährige der Süddeutschen Zeitung (Wochenendausgabe).

"Klar, wenn wir vor der Vergabe irgendwo hingefahren sind, nach Trinidad oder sonstwohin, dann war ja klar, dass wir dort nicht zum Kaffeetrinken sind, sondern weil wir die Stimme haben wollten. Wir haben auf den Wert unserer Bewerbung hingewiesen."

Im SZ-Gespräch nahm Beckenbauer ausgiebig Stellung, verlor sich aber zumeist in Allgemeinplätzen, "franzelte" über die heiklen Themen hinweg. So habe er den dubiosen Vertragsentwurf mit dem früheren FIFA-Vize Jack Warner vom 2. Juli 2000 blind unterzeichnet.

Beckenbauer gibt sich weiter unwissend

"Ich habe immer blind unterschrieben, wenn sie meine Unterschrift gebraucht haben", sagte der damalige OK-Chef Beckenbauer: "Fragen Sie mal den Karl Hopfner über die 15 Jahre, in denen ich Präsident des FC Bayern war. Er war damals für das operative Geschäft zuständig. Sie werden doch nicht glauben, dass ich nur eine einzige Vereinbarung oder nur ein einziges Dokument gelesen habe. Sie glauben es nicht, aber das ist so! Wenn ich jemandem vertraue, unterschreibe ich alles. Blanko."

Die Zahlung der ominösen zehn Millionen Schweizer Franken bzw. 6,7 Millionen Euro an die FIFA bestätigte Beckenbauer, gab sich aber bezüglich der genauen Hintergründe unwissend. Sein Berater und OK-Vize Fedor Radmann habe den Vertrag mit dem mittlerweile lebenslang gesperrten Katarer Mohamed bin Hammam, Mitglied der FIFA-Finanzkommission eingefädelt.

"Mit dem hatten wir auch die besten Kontakte. Fedor kam auf mich zurück und sagte, alles okay, ich habe mit bin Hammam gesprochen. Wir bekommen 250 Millionen Schweizer Franken. Aber wir müssen der Finanzkommission vorher zehn Millionen Franken zahlen", sagte Beckenbauer, der den Deal nicht hinterfragt haben will: "Ich hab’ nur die 250 Millionen gesehen. Mir als minderem Kaufmann stellte sich damals nicht einmal die Frage."

"Das war vielleicht ein Fehler"

Bei der Beschaffung des Geldes sei Beckenbauer beim DFB auf taube Ohren gestoßen: "Ich habe wegen der zehn Millionen mit MV geredet, Gerhard Mayer-Vorfelder, Brauns Nachfolger als Präsident. Der hat gleich abgewinkt: Das geht nicht, das machen wir nicht. Wir kennen ja den DFB." Über Beckenbauers Manager Robert Schwan sei dann der frühere Adidas-Chef Robert Louis-Dreyfus zum Geldgeber geworden, was Beckenbauer aber erst viel später erfahren haben will: "Das hat sich dann später so herausgestellt, etwa Ende 2004. Da wollte der Dreyfus sein Geld zurück."

Woher zuvor die fragliche Summe gekommen sein will, habe Beckenbauer zunächst nicht hinterfragt. Auch im Hinblick auf den von ihm unterzeichneten Schuldschein gab er sich ahnungslos: "Ich weiß bis heute nicht, dass ich einen Schuldschein unterschrieben habe. Aber wenn die behaupten, dass ein Schuldschein da war, dann wird es schon so gewesen sein. Ich weiß es wirklich nicht."

Ebenso wenig kümmerte Beckenbauer demnach, ob die 6,7 Millionen Euro wirklich an die Finanzkommission geflossen sind. "Wir haben nie danach gefragt. Das war vielleicht ein Fehler. Aber was hätte das gebracht? Dann hätten die gesagt: Entwicklungsprojekte. Da gibt’s ja genug", sagte Beckenbauer: "Wir wollten die WM organisieren, alles andere war mir wurscht. Ich habe nur die 250 Millionen gesehen. Damit war die WM gerettet."

EUROSPORT


Titel: Re: WM 2006 gekauft
Beitrag von: Gothi am 21. November 2015, 10:48:28
Ich habe die Vermutung, dass der Kaiser gar nichts davon weiß und alles von Schorsch Aigner inszeniert war.  [winkk]
Titel: Re: WM 2006 gekauft
Beitrag von: Blau-Weiß am 21. November 2015, 12:31:33


"Ich habe immer blind unterschrieben, wenn sie meine Unterschrift gebraucht haben", sagte der damalige OK-Chef Beckenbauer: "Fragen Sie mal den Karl Hopfner über die 15 Jahre, in denen ich Präsident des FC Bayern war. Er war damals für das operative Geschäft zuständig. Sie werden doch nicht glauben, dass ich nur eine einzige Vereinbarung oder nur ein einziges Dokument gelesen habe. Sie glauben es nicht, aber das ist so! Wenn ich jemandem vertraue, unterschreibe ich alles. Blanko."



 [lachgrün]
Titel: Re: WM 2006 gekauft
Beitrag von: Tara am 21. November 2015, 12:56:22
Jetzt mal ehrlich: Genau so habe ich mir die Arbeit von Franz immer vorgestellt. Er gibt seinen Namen, sein Standing - die Arbeit haben andere gemacht. Ich glaub ihm das.
Titel: Re: WM 2006 gekauft
Beitrag von: AcPauer am 21. November 2015, 23:40:02
Ich auch. Grußonkel halt.
Titel: Re: WM 2006 gekauft
Beitrag von: Imho am 22. November 2015, 11:51:26
Jetzt mal ehrlich: Genau so habe ich mir die Arbeit von Franz immer vorgestellt. Er gibt seinen Namen, sein Standing - die Arbeit haben andere gemacht. Ich glaub ihm das.

Das entschuldigt exakt garnichts.
Titel: Re: WM 2006 gekauft
Beitrag von: Reggaeboy am 22. November 2015, 12:33:59
Jetzt mal ehrlich: Genau so habe ich mir die Arbeit von Franz immer vorgestellt. Er gibt seinen Namen, sein Standing - die Arbeit haben andere gemacht. Ich glaub ihm das.

Das entschuldigt exakt garnichts.
Es verdeutlicht doch wieder einmal, dass das Klischee, wonach die meisten Fußballer nicht besonders helle sind, hier eindrucksvoll bestätigt wird.

Der Beckenschlauer sollte allerdings schon wissen, dass er mit seiner Unterschrift haftbar ist.

Titel: Re: WM 2006 gekauft
Beitrag von: Reggaeboy am 12. Dezember 2015, 23:33:13
WM 2018: Niederlande und Belgien wollten wohl bei Bewerbung Stimmen kaufen

Nach der gescheiterten Bewerbung für die WM 2018 droht der Niederlande und Belgien nun angeblich Ärger. Die Kandidatur soll nicht mit rechten Dingen zugegangen sein.

Die Niederlande und Belgien haben sich bei der erfolglosen gemeinsamen Bewerbung um die Ausrichtung der WM 2018 angeblich mit Bestechungsgeldern um den Kauf von Stimmen bemüht. Das berichtet die niederländische Tageszeitung De Volkskrant.

Demnach sei im Jahr 2009 eine Zahlung an den Guineer Amadou Diallo getätigt worden, zu diesem Zeitpunkt rechte Hand des katarischen Strippenziehers und zwielichtigen Ex-FIFA-Funktionärs Mohamed Bin Hammam.

Das Bewerbungskomitee soll Diallo mindestens 10.000 Euro überwiesen haben und damit gegen FIFA-Richtlinien verstoßen haben. Ein namentlich nicht genanntes Mitglied des FIFA-Exekutivkomitees kündigte der Zeitung Untersuchungen an.

Der niederländische Fußballverband KNVB bestritt am Samstag jegliches Fehlverhalten. Man habe die Bewerbung in Einklang mit den Richtlinien durchgeführt, es gebe keine Schönheitsfehler.

Auch Diallo wies die Vorwürfe zurück. "Ich habe nie auch nur einen Cent gesehen. Niemals", sagte er. Die Niederlande und Belgien hatten bei der WM-Vergabe am 2. Dezember 2010 in Zürich das Nachsehen gegenüber Russland.

SPORT 1

Titel: Re: WM 2006 gekauft
Beitrag von: düse am 13. Dezember 2015, 22:10:08
Die Niederlande und Belgien hatten bei der WM-Vergabe am 2. Dezember 2010 in Zürich das Nachsehen gegenüber Russland.

So geizig wie die sind kann man da nur sagen: zu Recht!!
 [elefand]
Titel: Re: WM 2006 gekauft
Beitrag von: Letterman am 16. Dezember 2015, 22:47:42
Otto Schily zur WM-Affäre: "Sind von Zwanziger getäuscht worden"
WM-Affäre: Schily greift Zwanziger an


Der frühere Bundesinnenminister spricht vor dem Sportausschuss des Bundestags zur WM-Affäre und belastet den Ex-DFB-Präsidenten schwer. Der soll falsch informiert haben.

Der frühere Bundesinnenminister Otto Schily hat seine Rolle bei der WM 2006 verteidigt und schwere Vorwürfe gegen den ehemaligen DFB-PräsidentenRauball will WM-Bericht veröffentlichen Theo Zwanziger erhoben. Zwanziger habe als damaliger OK-Verantwortlicher für die Finanzen über die ominösen 6,7 MillionenWellenreuther will "seriöse Aufklärung" Euro nicht die Wahrheit gesagt.

"Man muss das deutlich sagen. Wir sind damals von Herrn Zwanziger getäuscht worden", sagte der 83-Jährige bei seinem Auftritt im Sportausschuss des Deutschen Bundestages und sprach von einem "ungeheuerlichen Vorgang". Darüber hinaus hoffe er, dass die Staatsanwaltschaft in nächster Zeit endlich Licht ins Dunkel bringt.

Neue Erkenntnisse zum Transfer der 6,7 Millionen Euro"DFB-Leaks" belasten Beckenbauer konnte Schily in seiner Anhörung durch die Sportpolitiker nicht beisteuern. Bislang ist noch unklar, welchen Einfluss das Geld auf die WM-Vergabe hatte. Im Präsidialausschuss, dem Schily bis 2005 als damaliges Aufsichtsratsmitglied der Bewerbung angehörte, wurde ihm gesagt, dass die 6,7 Millionen Euro wegen der Zusatzkosten für die Eröffnungsgala an die FIFA gezahlt wurden. Dass das Geld einem anderen Zweck diente, ahnte Schily nach eigenem Bekunden nicht.

Grünen-Sprecher Özcan Mutlu zeigte sich enttäuscht vom Auftritt des damaligen Sportministers. "Ich bin aus der Sitzung mit mehr Fragen als Antworten rausgekommen", sagte Mutlu.

Der Oppositionsmann wunderte sich, dass Schily 2004 eine Erklärung unterschrieben habe, wonach die FIFA die geplante Eröffnungsgala der WM sowie alle weiteren Zusatzkosten übernehmen wollte. Schily hätte feststellen müssen, dass der DFB die 6,7 Millionen Euro für die angeblich teurer gewordene Gala gar nicht hätte zahlen müssen. "Ich verstehe auch nicht, warum später beim DFB keiner die 6,7 Millionen Euro von der FIFA zurückgefordert hat", sagte Mutlu.

Ausschuss-Vorsitzende Dagmar Freitag bewertete die Sitzung positiver: "Es gab die klare Aussage, dass Bundesgelder nicht von den Vorgängen um die 6,7 Millionen betroffen sind. Das ist für Bundespolitiker erst einmal eine ganz wesentliche Aussage."

Schilys Vortrag über fast zwei Stunden kam ihr glaubwürdig vor. "Die Aussagen erschienen mir stringent und klar", sagte die SPD-Politikerin. Handfeste Erkenntnisse erhofft sie sich von weiteren Ausschussitzungen, die sich mit dem Thema beschäftigen. "Wir müssen abwarten, bis alle Ermittlungen abgeschlossen sind. Es sind schon Termine für Ende Februar und Anfang März geblockt", sagte Freitag.

sport 1
Titel: Re: WM 2006 gekauft
Beitrag von: Reggaeboy am 08. Januar 2016, 22:14:33
ZEIT ONLINE

Koch: "WM 2006 auf sportlich fairem Weg einfach nicht möglich"
8. Januar 2016, 20:48 Uhr

Vaterstetten (SID) - DFB-Interimspräsident Rainer Koch hat im Skandal um die WM-Vergabe 2006 tief blicken lassen. "Die WM-Vergabe hat stattgefunden zu einer Zeit, wo die FIFA ganz sicher in weiten Teilen korrupt und es seit Längerem einfach nicht möglich war, eine WM auf sportlich fairem Weg" zu bekommen, sagte Koch als Gastredner einer Veranstaltung des CSU-Ortsverbandes Vaterstetten bei München.

Es sei "sehr, sehr viel getan" worden, "um die WM nach Deutschland zu holen. Ob das sehr, sehr viel außerhalb der Grenzen des Erlaubten" war, müsse aufgeklärt werden: "Und wenn es so gewesen sein sollte, dann sollten wir uns als DFB und als deutsche Gesellschaft offen dazu bekennen. Sonst ist kein glaubwürdiger Neuaufbau zur Wiederherstellung von Vertrauen in die Verbandsspitze des Fußballs möglich."

Koch wies allerdings auch "nachdrücklich darauf hin, dass wir zunächst die Ergebnisse der externen Untersuchungen durch Freshfields abwarten müssen und keine vorläufigen Bewertungen oder Vorverurteilungen vornehmen dürfen".

Sollte das eine oder andere um die Vergabe der WM aus heutiger Sicht schlecht gelaufen sein, dann stünde es dem DFB gut zu Gesicht, die Fakten auf den Tisch zu legen. "Wenn man einen Fehler gemacht hat, ist er meistens halb so schlimm, wenn man ihn gesteht. Oft ist der Umgang mit dem Skandal, der eigentliche Skandal", erklärte Koch. Alles müsse ohne Rücksicht auf Personen lückenlos aufgeklärt werden. Der Interimspräsident erklärte, er sei guter Dinge, dass der Schlussbericht der Untersuchungen bis Ende Februar vorliege, um dann sagen zu können, man habe "die Altlasten beseitigt und geht in eine gut geordnete Zukunft".

Wegen der Umstände der WM-Vergabe rechnet der Deutsche Fußball-Bund mit "Steuerabforderungen in Millionenhöhe". Die wirtschaftlichen Folgen seien noch nicht abzusehen. Koch schloss auch nicht aus, dass dem DFB "für gewisse Zeiträume die Gemeinnützigkeit aberkannt wird" - in diesem Fall drohten dem Verband "erhebliche Zahlungsforderungen in zweistelliger Millionenhöhe, die man auch als nicht ganz armer Sportverband nicht aus der Portokasse bezahlen kann".

Koch versicherte aber, er kämpfe mit dem Kollegen Reinhard Rauball "für einen neuen DFB, in dem Transparenz, Klarheit, Mitgestaltung und Kontrollrechte für alle erkennbar selbstverständlich sind". Man werde sich Gedanken machen, "welche Lehren aus dem Totalversagen aller Kontrollmechanismen unseres Verbandes zu ziehen sind". Koch sprach in diesem Zusammenhang auch von eventuellen Satzungsänderungen sowie einer möglicherweise neu einzurichtenden Ethikkommission.
Titel: Re: WM 2006 gekauft
Beitrag von: Tara am 05. Februar 2016, 19:00:38
Bericht über Verfahren gegen ehemalige Spitze des DFB

DFB geht wohl gegen Beckenbauer vor

Im Zuge der fragwürdigen Vergabe der WM 2006 an Deutschland eröffnet der DFB nach Medienberichten ein Verfahren gegen die einstige Spitze des Organisationskomitees. 


Die fragwürdigen Umstände bei der Vergabe der Weltmeisterschaft 2006 führen nun offenbar zu einem ungewöhnlichen Vorgehen im deutschen Fußball.

Wie NDR, WDR und Süddeutsche Zeitung berichten, hat der Deutsche Fußball-Bund ein Verfahren gegen die einstige Spitze des WM-Organisationskomitees eingeleitet.

Dem OK standen damals Franz Beckenbauer, die ehemaligen DFB-Präsidenten Theo Zwanziger und Wolfgang Niersbach sowie Horst R. Schmidt und der Beckenbauer-Vertraute Fedor Radmann vor.

Grund für dieses ungewöhnliche Vorgehen soll die Sorge sein, etwaige Schadenersatzansprüche in Millionenhöhe an die Spitze des OK könnten still und heimlich verjähren.

Neben der OK-Führung geraten demnach auch die FIFA und der Testamentsvollstrecker des 2009 verstorbenen früheren Adidas-Chefs Robert Louis-Dreyfus ins Visier des DFB. Auch in diese Richtungen seien Ermittlungen eingeleitet worden.

Besonders brisant sei das Verfahren bei einer öffentlichen Schiedsstelle in Hamburg, weil der DFB auch gegen seine einstige Vorzeige-Persönlichkeit Beckenbauer ermittle. Als Spieler und Trainer wurde er Weltmeister, als OK-Chef holte er die WM nach Deutschland.


sport 1
Titel: Re: WM 2006 gekauft
Beitrag von: Reggaeboy am 06. Februar 2016, 01:03:48
Soso, das gegenseitige Zerfleischen geht munter weiter.

Mehr Details dazu auf:
http://www.sueddeutsche.de/sport/-wm-affaere-dfb-geht-gegen-beckenbauer-und-die-fifa-vor-1.2850915
Titel: Re: WM 2006 gekauft
Beitrag von: Reggaeboy am 11. Februar 2016, 21:36:48
Es wird noch besser, die Erklärungen immer abenteuerlicher.

Radmann: Warner sollte beruhigt werden

Der frühere OK-Vizepräsident Fedor Radmann hat in der Affäre um die Vergabe der WM 2006 das Papier mit Jack Warner als "eine Art Beruhigungsvertrag" bezeichnet. "Wir wollten einfach nicht, dass er gegen uns arbeitet. Deswegen haben wir vielleicht versucht, ihn zu beruhigen", sagte der Beckenbauer-Vertraute der Zeitung "Die Welt".

Laut "Spiegel" sollte der inzwischen lebenslang gesperrte FIFA-Funktionär Warner aus Trinidad und Tobago 1000 teure WM-Eintrittskarten erhalten. Diese hätten ihm "beim Weiterverkauf Hunderttausende Dollar eingebracht".

ARD Text


Titel: Re: WM 2006 gekauft
Beitrag von: Letterman am 14. Februar 2016, 19:03:46
Zwanziger und Schmidt über SPIEGEL-Meldung: "Haben uns möglicherweise im Zeitpunkt geirrt"

Theo Zwanziger und Horst R. Schmidt reagieren auf eine SPIEGEL-Enthüllung zur WM-Vergabe 2006. Die beiden ehemaligen DFB-Funktionäre könnten falsche Zeitangaben zu einem wichtigen Ausflug gemacht haben.

Der ehemalige DFB-Präsident Theo Zwanziger und der frühere Generalsekretär Horst R. Schmidt haben eingeräumt, eventuell falsche Zeitangaben über ihren Besuch bei Geldgeber Robert Louis Dreyfus im Zusammenhang mit der Affäre um die WM-Vergabe 2006 gemacht zu haben. "Wir haben uns möglicherweise im Zeitpunkt geirrt. Dieser mögliche Irrtum hat allerdings - auch nach Mitteilung meiner Rechtsanwälte - keinerlei Einfluss auf die rechtliche und steuerliche Bewertung des Gesamtvorgangs", teilte Schmidt am Sonntag schriftlich mit.

 "Es gab und gibt auch deshalb überhaupt keinen Grund, bewusst die Unwahrheit zu sagen", schrieb Schmidt weiter. Zwanziger bestätigte die Sichtweise seines früheren Kollegen. "Wir waren beide der Auffassung, dass es Anfang Januar 2005 war. Die Unterlagen, die ich auch kenne, sprechen für Anfang 2003", sagte Zwanziger. Schmidt hatte zuvor angegeben, erst 2004 Kenntnis von dem Dreyfus-Kredit gehabt zu haben.

...

http://www.spiegel.de/sport/fussball/theo-zwanziger-und-horst-r-schmidt-ueber-dreyfus-besuch-a-1077324.html
Titel: Re: WM 2006 gekauft
Beitrag von: Reggaeboy am 04. März 2016, 12:52:43
Eventuell wissen wir heute ab halb zwei mehr:

WM-Vergabe 2006: Bericht wird vorgelegt

Ab 13.30 Uhr heute hat das monatelange Warten ein Ende: Die Ermittler der Wirtschaftskanzlei Freshfields Bruckhaus Deringer präsentieren die Ergebnisse ihrer Untersuchungen zur Vergabe der Fußball-WM 2006 nach Deutschland.

Auftraggeber: der Deutsche Fußball-Bund (DFB). Im Mittelpunkt stehen eine dubiose Zahlung von 6,7 Millionen Euro und ehemalige namhafte Fußball-Funktionäre. Allen voran Franz Beckenbauer, damals Chef des Organisationskomitees. Der Report soll Klarheit darüber bringen, wie weit die WM-Organisatoren gingen, um die WM nach Deutschland zu holen.

ARD TEXT

Titel: Re: WM 2006 gekauft
Beitrag von: Reggaeboy am 06. März 2016, 10:49:07
Nach dem Bericht der Kanzlei sind sich weder der Kaiser noch Niersbach einer Schuld bewusst.

http://m.spiegel.de/sport/fussball/a-1080876.html#spRedirectedFrom=www&referrrer=http://news.google.com

http://m.spiegel.de/sport/fussball/franz-beckenbauer-und-wolfgang-niersbach-beteuern-unschuld-in-wm-affaere-a-1080854.html

Titel: Re: WM 2006 gekauft
Beitrag von: Reggaeboy am 16. März 2016, 19:12:16
Nach WM-Affäre

Beckenbauer und Sky beenden Zusammenarbeit

http://m.spiegel.de/sport/fussball/a-1082702.html
Titel: Re: WM 2006 gekauft
Beitrag von: Reggaeboy am 22. März 2016, 15:22:59
WM-Affäre 2006: Fifa leitet Verfahren gegen Niersbach und Beckenbauer ein

Jetzt beschäftigt sich auch die Fifa mit der Vergabe der WM 2006: Der Fußballweltverband hat ein Verfahren gegen Wolfgang Niersbach, Franz Beckenbauer und vier weitere Ex-Funktionäre des DFB eingeleitet.

Die Fifa-Ethikkommission hat ein Verfahren wegen der Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 an Deutschland eröffnet. Die Untersuchungen richten sich unter anderem gegen den früheren DFB-Präsidenten Wolfgang Niersbach und den damaligen Organisationskomitee-Chef Franz Beckenbauer, teilte der Weltverband Fifa mit.

mehr: http://www.spiegel.de/sport/fussball/franz-beckenbauer-und-wolfgang-niersbach-fifa-leitet-verfahren-ein-a-1083642.html
Titel: Re: WM 2006 gekauft
Beitrag von: Letterman am 01. September 2016, 17:17:46
Schweizer Justiz wirft Beckenbauer Geldwäsche und Untreue vor

Beckenbauer im Visier der Justiz

http://www.sport1.de/internationaler-fussball/2016/09/medien-schweizer-justiz-wirft-beckenbauer-geldwaesche-und-untreue-vor
Titel: Re: WM 2006 gekauft
Beitrag von: Letterman am 15. September 2016, 14:41:45
DFB-Präsident Grindel soll von Beckenbauer-Deal gewusst haben

Beckenbauer: Was wusste Grindel?

http://www.sport1.de/fussball/2016/09/dfb-praesident-grindel-soll-von-beckenbauer-deal-gewusst-haben
Titel: Re: WM 2006 gekauft
Beitrag von: Reggaeboy am 09. März 2017, 18:12:23
Fiskus will Millionenbetrag vom DFB

In der Affäre um den Deutschen Fußball-Bund (DFB) und die Weltmeisterschaft 2006 ist das Finanzamt Frankfurt I nach Recherchen von Süddeutscher Zeitung, NDR und WDR zu dem Ergebnis gekommen, dass ein schwerer Fall von Steuerhinterziehung durch frühere DFB-Funktionäre vorliege. Der Verband habe "Luftbuchungen" und "Scheingeschäfte" vorgenommen.

Auf diese Weise habe der DFB vor der WM 2006 die Rückzahlung eines privaten Darlehens in Höhe von 6,7 Millionen Euro verschleiert, das Organisationschef Franz Beckenbauer vom früheren Adidas-Chef Robert Louis-Dreyfus erhalten habe.

http://www.sueddeutsche.de/sport/exklusiv-fiskus-will-millionenbetrag-vom-dfb-1.3412415