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Football-Stammtisch 2013/2014
favorite:
--- Zitat von: Imho am 25. September 2013, 09:17:20 ---NFL- Spieltag 3
Indianapolis Colts @ San Francisco 49ers 27:7
Überraschender Sieg der Colts beim großen Favoriten San Francisco, der seine zweite Niederlage in Folge kassiert. Den 49ers fehlen momentan wegen Verletzungen die Anspielstationen für QB Colin Kaepernick, der zudem eines seiner schlechtesten NFL-Spiele ablieferte. Dagegen kann sich Colts-QB Andrew Luck jetzt auch auf ein gutes Laufspiel verlassen. Neben dem Neuzugang Trent Richardson, der wenig überraschend noch nicht glänzen konnte, erlief Kollege Ahmed Bradshaw 95 yards und einen TD.
--- Ende Zitat ---
Das war aber auch ein erschreckend schwaches Spiel der 49ers Offensive. Gegen die Seehawks sah San Francisco schon schwach aus, aber das Spiel gegen die Colts war ja schrecklich. [darunter]
düse:
Aber sowas von...
Hatte während des Spiels die Vorschau des Foren-Bike´n´Football-Godfathers im Ohr, dass sich andere Teams mehr und mehr auf Kaepernicks Spiel einstellen. Das mag ja vielleicht auch sein, aber aus meiner laienhaften Sicht war vor allem seine Offense ziemlich dünn, er verkam ja regelrecht zum erfolglosen Alleinunterhalter.
Das zweite Spiel, das ich gesehen hab war Kansas City vs. Philadelphia. Trotz Niederlage der Eagles fand ich aber LeSean McCoy sehr erstaunlich. Jetzt nicht nur die reinen Zahlen, fand einfach seinen Stil ziemlich cool.
Imho:
--- Zitat von: düse am 25. September 2013, 19:46:08 ---Aber sowas von...
Hatte während des Spiels die Vorschau des Foren-Bike´n´Football-Godfathers im Ohr, dass sich andere Teams mehr und mehr auf Kaepernicks Spiel einstellen. Das mag ja vielleicht auch sein, aber aus meiner laienhaften Sicht war vor allem seine Offense ziemlich dünn, er verkam ja regelrecht zum erfolglosen Alleinunterhalter
--- Ende Zitat ---
Naja, ich Schrieb ja schon in den Zeilen zum Spiel, dass Kaepernick momentan etwas die offensiven Optionen fehlen. Das las sich zwar in der Saisonvorschau etwas anders [schäm] aber man kann da ja immer sagen, dass Football halt ein verletzungsreicher Sport ist. Momentan schaut's so aus:
Receiver
Michael Crabtree - verletzt, steht auf der PUP-Liste
Mario Manningham - seit seinem Wechsel nach Kalifornien immer verletzt, auch auf PUP-Liste
Bleibt erstmal "nur" Anquan Boldin, der nach seinem Traumeinstand gegen Green Bay aber in den Spielen danach fast komplett aus dem Spiel genommen wurde (geht auch besser, wenn sonst die Optionen fehlen). Einzig Tight End Vernon Davis (der soll aber auch angeschlagen sein) kann momentan Boldin und Kaepernick etwas entlasten. Dazu kommt, dass das Laufspiel um Frank Gore derzeit nicht in die Puschen kommt und - und da bin ich wieder bei meiner These - sich die Gegner auf den Threat "Kaepernick" besser eingestellt haben. Wenn wenigstens das Running Game funktionieren würde, dürften die Gegner diese Option weniger vernachlässigen, es würden sich Räume für das Passing Game öffnen. Andererseits hat Seattle es anders herum gemacht - Kaepernick den Raum zum Laufen gegeben, dafür aber das Passspiel abgewürgt. Wohl wissend, dass ein scrambelnder QB zwar eine Gefahr darstellt, aber ein Team nie allein durch Runs zum Sieg führen wird (zumindest nicht auf NFL Niveau)
Ich gebe aber zu, bis auf das Green Bay-Spiel (und da hat's ja noch funktioniert) hab ich diese Saison noch kein 49ers Spiel gesehen. Die Interpretationen der Niederlagen fußen auf Statistiken, Ausschnitten, Spielberichten und Play-by-play Beschreibungen.
Egal, trotz aller Probleme: Heute Nacht in St.Louis gibt's keine Ausreden. Die 49ers sind dort immer noch klarer Favorit.
Imho:
San Francisco 49ers @ St. Louis Rams 35:11
Ein in der zweiten Halbzeit grausam anzuschauendes Spiel. Hab mich gegen 4:15 Uhr zugeschaltet. Die Halbzeitbilder zeigten einen glänzend aufgelegten Frank Gore (Bereits zu diesem Zeitpunkt 105 Rushing yards inkl. TD) und ein wieder besser funktionierende QB-Receiver Duo Kaepernick/Boldin. Und eine starke Defense, die beim Stand von 7:3 kurz vor der eigenen Endzone den Ball abfängt und somit den Grundstein für den Drive legt, der die 14:3 Halbzeitführung bringt.
Und dann? Nichts! Gleich im ersten Drive fumbelt Frank Gore den Ball an der eigenen 43 yard Linie. Die Rams können aus dieser exzellenten Field Position nix machen, verlieren sogar noch yards und punten. San Francisco gelingt noch ein guter Drive, den Kaepernick mit einem TD-Pass auf Vernon Davis abschließt. Danach nur noch Punts, massenweise 3andOuts. Die 49ers zwar mit bärenstarker Defense (die Kommentatoren haben NaVorro Bowman bereits zum Defensive Player of the Week ausgerufen), die Rams aber auch mit völlig anämischer Offense. Massenhaft deplatzierte Pässe und ein nicht-existentes Laufspiel. In den Gegenzügen der 49ers sieht's aber größtenteils auch nicht besser aus. Und so kommen die noch folgenden Punkte:
1.) Nach einem Fumble von Rams-QB Sam Bradford, als SF nur noch 2 yards bis in die Endzone überwinden muss)
2.) Nach einem Kaepernick-Fumble (24yards zu gehen, davon 10 per Penalty)
3.) Nach dem folgenden Onside Kick (42 yards zu gehen, davon 15 per Penalty bekommen) läuft Rookie-Running Back Kendal Hunter (Frank Gore wird bereits geschont, Kaepernick ebenfalls) 29 yards bis in die Endzone.
Der 35:11 Sieg sieht also wesentlich dominanter aus, als es die zweite Halbzeit war. SF zwar (gegen einen indisktablen Gegner) verbessert, in dieser Form aber mit Sicherheit kein SuperBowl-Anwärter!
Imho:
--- Zitat von: Imho am 17. September 2013, 19:16:11 ---- College Football - was gibt es Neues!
--- Ende Zitat ---
So, ich fange jetzt mal vor Woche 5 endlich mit dem College Football an und würde ganz kurz etwas zu den strukturellen Veränderungen im College Football schreiben. Viele dieser Veränderungen (Wechsel von Unis in andere Conferences kommen selten über Nacht sondern es gibt bestimmte "Wechselfristen") waren zwar schon bekannt, aber vor dieser Saison hat es dazu geführt, dass eine Traditions-Conference komplett dichtgemacht hat und eine der Major-Conferences komplett überholt und in neuem Gewand daherkommt:
1.) Bye bye Western Athletic Conference
Der Niedergang dieser über 50 Jahre alten Conference begann Mitte der 90er, als sich die WAC auf Ihrem höchsten Mitgliederstand (16 Unis) befand. Damals waren noch so namhafte Programme wie TCU, Utah, Air Force oder Brigham Young Mitglieder. Gerade diese Programme waren aber in dieser Riesen-Conference unzufrieden und gründetet mit weiteren WAC-Mitgliedern die Mountain West Conference. Anfangs konnte die WAC noch dagegensteuern (u.a. wurde anfang der 2000er Jahr Boise State aufgenommen), nach und nach setzte aber der weitere Niedergang ein. Vor zwei Jahren wechselte Boise State ebenfalls in die MWC, zog ein Jahr später die noch verbliebenen weiteren namhafteren Unis (u.a. Fresno State, Nevada,Hawaii) nach. Damit war die WAC Geschichte. Utah State und San Jose State zogen in dieser Saison nach, die frisch aufgenommenen Neuen Texas State und Texas-San Antonio zogen gleich in die Conference USA und Sun Belt Conf. weiter und Louisiana Tech fand in der ebenfalls gerupfte Conference USA eine neue Heimat. Auf der Strecke blieben die eher unattraktiven Unis aus Idaho und New Mexiko State, die zunächst erst einmal als Independent in der obersten College Liga bleiben, aber irgendwann "freiwillig" den Gang in die zweite Liga- die FCS antreten werden. Die Western Athletic Conference wird weiter existieren - mit kleinen Unis und ohne Football, aber das war's dann auch schon. Da College Football der größte Markt ist und die größte Beachtung erfährt, ist die Bedeutung der WAC (auch angesichts ihrer jetzigen Mitglieder) nahezu gegen Null gesunken.
2. Der Osten wird Amerikanisch - aus Big East wird American Athletic Conference
Auch die Big East existiert nur noch als Nicht-Football-Conference, das aber aus eigenem Antrieb. Noch einmal der kurze Abriss: Die Big East wurde Ende der 70er als Basketball-Power-Conference gegründet und begann erst 10 Jahre später die Expansion zu einer Football-Conference. Von Anfang an wurde dabei aber ein zahlenmäßiger Ausgleich zwischen Mitgliedern, die Football im Programm hatten und denen die das nicht tatetn, festgelegt. Trotzdem stieg die Bedeutung der Big East im Football, Anfang dieses Jahrtausends spielten dort namhafte Programme wie West Virginia, Virginia Tech, Miami oder Syracuse. 2004 verließen dann die Football-Programme aus Miami, Virginia Tech und Boston College die Big East Richtung ACC und machten eine Umstrukturierung nötig. Das ging natürlich zu Lasten der Qualität, trotzdem blieb die Big East eine der 6 Major Conferences im Football. Den Auftakt zum Football-Ende gaben dann die Unis aus Syracuse und Pittsburgh, die Ende 2011 ihren Wechsel zur 2013er Saison - auch in die ACC - ankündigten, woraufhin sich West Virginia bereits zum Beginn der 2012er Saison aus der Liga mobbte und in die Big12 wechselte. Als dann auch noch Notre Dame seine Basketball-Mitgliedschaft kündigte und ebenfalls in die ACC ging, war Schicht im Schacht. Die Basketballunis (Catholic 7) erklärten ihren Austritt und nahmen nach langen Verhandlungen den Namen gleich mit. Es wurde eine neue Conference gegründet: Die American Athletic Conference
Angesichts der geographischen Verteilung der neuen Mitglieder wäre der Name "Big East" auch ein Witz gewesen. Und zwar nicht nur, was die geographische Einordnung in den Osten angeht, auch der Zusatz Big ist nicht mehr wirklich da. Als letzte "größere" Uni wird die immer stärker werdende Uni aus Louisville nächste Saison die American (auch in die ACC) verlassen, ebenso gehen wird die Uni aus Rutgers (in die Big10). Nächst Saison werden also noch verblieben sein:
- Connecticut
- Cincinnati
- South Florida
- Temple
UConn ist Gründungsmitglied der Big East gewesen, Cincinnati und South Florida wurden erst 2005 in die Big East (als Ersatz für Miami, Virginia Tech) aufgenommen und Temple erst letzte Saison zurückgeholt (nachdem man der Uni aufgrund fehlender Wirtschaftlichkeit und Attraktivität den Ausstieg nahegelegt hatte) um die Mindestanzahl von 8 Unis zu halten. Das sieht nicht wirklich attraktiv aus, bis auf Cincinnati sind das auch sportlich keine Bringer. In die Liga wurden aufgenommen:
Central Florida, Houston, Southern Methodist (SMU) und Memphis. Alle Teams kommen aus der Conference USA. Aus genau dieser Conference kommen nächste Saison noch Tulane, East Carolina und Tulsa hinzu, außerdem als Football-Mitglied die Navy Academy.
Sportlich ist das zunächst natürlich kein Lineup, die den Titel "Major Conference" rechtfertigt. Aber vom Marktpotential liest sich das sehr attraktiv: New Orleans (Tulane), Dallas (SMU), Philadelphia (Temple), Cincinnati, Houston, Memphis, Tulsa, Orlando (Central Florida) und Tampa (South Florida) sind alles große Metropolregionen mit Millionenbevölkerung. East Carolina macht sein Stadion immer voll, die Navy wird immer Beliebtheit ziehen und UConn ist zumindest im Basketball ein Bringer. Finanziell sind das (für die Verhandlungen über TV-Verträge) sicher ordentliche Argumente. Nur muss sich jetzt auch sportlich etwas entwickeln. Und diese Zukunft steht noch in den Sternen.
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